Ein Jahr nach dem Beben: Accumoli hofft auf Wiederaufbau

24.08.2017 – Einstürzende Mauern, umgeknickte Kirchtürme, 300 tote Dorfbewohner: Vor einem Jahr begann in Mittelitalien eine tödliche Erdbebenserie. Heute liegen die am stärksten betroffenen Orte wie Accumoli und Amatrice immer noch in Trümmern – aber die meisten Einwohner wollen zurückkehren, hoffen auf staatliche Unterstützung und Spenden.

Das Erdbeben vom 24. August 2016

Das Erdbeben der Magnitude 6,2 erwischte die Menschen in Italien im Schlaf. Kurz nach halb vier in der Nacht erschütterte der erste Erdstoß die Bergregion. Es folgten etliche Nachbeben sowie am 26. und 30. Oktober weitere schwere Beben.

Die materiellen Schäden summierten sich auf rund vier Milliarden Euro. Unter den zerstörten Häusern befand sich auch historisch wertvolle Bausubstanz, die wohl für immer verloren ist. Damit fehlt nun auch ein entscheidender Anreiz für Touristen, diese eher ärmliche Region zu besuchen. Mit dem Fremdenverkehr ist eine wichtige Einnahmequelle für die Bewohner weggebrochen.

Erdbebenkarte vom 24. August 2016 - United States Geological Survey (gemeinfrei)

Erdbebenkarte vom 24. August 2016 – United States Geological Survey (gemeinfrei)

Evakuierung und Wiederaufbau

Viele der obdachlosen Einwohner wurden in Hotels an der Adria gebracht, wo sie Unterkunft und psychologische Unterstützung erhielten. Für manche von ihnen dauert dieses Provisorium nun bereits fast ein Jahr an. Für die Rückkehrer sind in den Dörfern neue Häuser entstanden – während die Trümmer der alten Gebäude weitgehend unangetastet blieben. In den Dörfern türmen sich noch heute Schuttberge, die lediglich Schneisen für den Autoverkehr freilassen. Nach Schätzungen könnte es noch bis zu 10 Jahre dauern, bis alle Schäden beseitigt und die Häuser wieder aufgebaut sind (sofern dies überhaupt geschieht).

Auch ein Jahr nach der Katastrophe ist die Gefahr nicht gebannt, dass Mittelitalien erneut von einem Erdbeben getroffen sind. Das gesamte Apennin-Gebirge ist tektonisch instabil. Aufgrund der Erfahrungen mit anderen Bebenserien ist es allerdings unwahrscheinlich, dass erneut Accumoli und Amatrice betroffen sein werden. Die Katastrophe wird vermutlich an einem anderen Ort zuschlagen.

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