Messbarer Hunger – mit dem MUAC-Band

26.5.2017 – Wer in den letzten Wochen Fernsehberichte von hungernden Kindern gesehen hat, dem ist vielleicht ein buntes Armband aufgefallen, das Helfer um dürre Kinderarme legen. Dieses sogenannte MUAC-Band hat einen sehr ernsten Hintergrund: Es signalisiert in einem Farbfeld, ob ein Kind sofortige medizinische Hilfe braucht – oder ab der Ernährungszustand noch tolerabel ist. So funktioniert es:

MUAC ist die englische Abkürzung für „Mid-Upper Arm Circumference“ und gibt einen direkten Hinweis auf die Verwendung des Kunststoffbandes. Das MUAC-Band wird um die Mitte des Oberarms gelegt, etwa dort wo der Bizeps-Muskel sitzt. Das Ende des Bandes wird durch einen Schlitz geführt und vorsichtig festgezogen. Dann lässt sich der Armumfang unmittelbar ablesen.

Rote Zone: 11,5 Zentimeter oder weniger – schwere, potenziell lebensbedrohliche Mangelernährung
Orange Zone: 11,5 bis 12,5 Zentimeter – mäßige Mangelernährung
Gelbe Zone: 12,5 bis 13,5 Zentimeter – drohende Mangelernährung
Grüne Zone: über 13,5 Zentimeter – normaler Zustand

Erstaunlicherweise ist dieser Schnelltest für Kinder von etwa sechs Monaten bis fünf Lebensjahren aussagekräftig. Der Test wird vor allem dann eingesetzt, wenn sich Ärzte (und medizinisch weniger geschulte Nothelfer) einen Überblick über die Ernährungslage vieler Menschen verschaffen müssen.

Wenn Sie also im Fernsehen ein Kind entdecken, dessen MUAC-Armband bis in den roten Bereich zeigt, wissen Sie, dass hier sofortige medizinische Hilfe erforderlich ist. Zum Selbsttest können Sie gerne Ihren eigenen Oberarm-Umfang bzw. den Ihres Kindes messen. Der Unterschied zu den „afrikanischen Verhältnissen“ könnte Sie erschrecken…

MUAC-Band - Quelle: Aktion Deutschland Hilft

MUAC-Band – Quelle: Aktion Deutschland Hilft

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