Plastikfreies Meer dank Crowdfunding?

14.5.2017 – Viele Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen in unseren Ozeanen. Schon innerhalb des nächsten Jahres will ein charismatischer Jungunternehmer damit beginnen, die marinen Müllteppiche abzuschöpfen. Das Geld für das „Ocean Cleanup“ kommt weitgehend aus projektgebundenen Spendensammlungen – dem sogenannten Crowdfunding. Insgesamt 31,5 Millionen US-Dollar Spendengelder sind in den vergangenen vier Jahren zusammengekommen.

Plastikmüll aus dem Meer - © Margit Völtz / pixelio.de

Plastikmüll aus dem Meer – © Margit Völtz / pixelio.de

Das Problem: Plastikmüll vom Meer in die Nahrungskette

Plastikflaschen, Wegwerftüten und Tausend bunte Alltagshelfer produziert unsere Industriegesellschaft in einem endlosen Prozess. Was nicht mehr gebraucht wird, gelangt oft in unsere Flüsse und mit ihnen in die Meere. Angetrieben haben großräumigen Meeresströmungen, sammelt sich das Plastik bevorzugt in bestimmten Regionen der Ozeane. Diese gigantischen Müllstrudel haben Hunderte von Kilometern Durchmesser, wobei sich Zahl und Gewicht der treibenden Kunststoffe unmöglich schätzen lassen.

Leider können Wasser und Salz dem gewöhnlichen Plastik kaum etwas anhaben. Statt sich biologisch zu zersetzen, zerbröseln die anfangs großen Teile in sogenanntes Mikroplastik, das von Fischen und Meeressäugern gefressen werden kann. Nicht nur, dass die Müllreste im Verdauungssystem der Tiere Schaden anrichten, gelangen sie auf diese Weise in die Nahrungskette und landen am Ende sogar auf unseren Tellern.

Die Lösung: Plastik vermeiden – und Müll sammeln

Die meisten Experten sind sich einig, dass sich das Problem langfristig nur durch konsequente Plastik- und Abfallvermeidung in den Griff bekommen lässt. Aber was ist zu tun mit den bereits vorhandenen Müllbergen und Müllfeldern?

Der niederländische Umweltaktivist Boyan Slat will sich dem Müllsammeln im Meer annehmen. Anfangen will der 22-Jährige mit dem „Great Pacific Garbage Patch“, dem größten Müllwirbel des Pazifischen Ozeans. Slat will die Müllmenge in den kommenden fünf Jahren halbieren, indem er das Plastik mit kilometerlangen schwimmenden Barrieren komprimiert und von Schiffen abfahren lässt. Verkauf und Recycling des Abfalls würden langfristig sogar einen Gewinn bringen, hofft der Niederländer.

Finanzierung über Spenden / Crowdfunding

Bevor das Projekt aber Gewinn abwirft, braucht es eine Anschubfinanzierung. Ungezählte Einzelspender glauben offenbar an die wissenschaftliche Vision und haben den Jungunternehmer Slat mit umgerechnet fast 30 Millionen Euro unterstützt. Dank dieses finanziellen Vertrauensvorschusses soll das Projekt in den kommenden Monaten starten – deutlich früher als ursprünglich geplant.

Nicht alle Experten teilen die Euphorie von Slat und seinen Unterstützern. Ob die Technik tatsächlich funktionieren wird, bleibt vorerst fraglich. Aber einen Versuch ist es ganz bestimmt wert.

Die Selbstdarstellung des Projekts Ocean Cleanup gibt es hier (in englischer Sprache).

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