Simbabwe: Neue Chance ohne Mugabe?

18.11.2017 – Simbabwe ist wahrlich kein Paradies – weder für seine Einwohner, noch für Spendenhelfer. Wie in vielen Diktaturen dieser Welt, ist das öffentliche Leben in diesem südafrikanischen Land bestimmt von Unfreiheit, Armut und Ungerechtigkeit. Jetzt hat das Militär geputscht und will den greisen Staatschef Robert Mugabe zum Aufgeben zwingen. Das mag eine Chance sein für Simbabwe. Vielleicht.

Simbabwe

Jahrzehnte des Niedergangs

Seit 1980 hält Mugabe die Zügel der Macht fest in seiner Hand. War der Regierungsstil anfangs noch moderat, wandelte sich Mugabe im Laufe der Jahrzehnte zum Despoten. Politische Beobachter machen den mittlerweile 93-Jährigen ganz wesentlich dafür mittverantwortlich, dass das einst verhältnismäßig wohlhabende Land zum Armenhaus verkam.

In kaum einem afrikanischen Staat gibt es so wenige Jobs, ist die Lebenserwartung so niedrig und die Aids-Rate so hoch wie in Simbabwe. Die zahlreich vorhandenen Bodenschätze und die fruchtbaren Böden helfen der armen Bevölkerung wenig, angesichts einer dramatischen Wirtschaftsmisere.

Am Mittwoch, dem 15. November, hat das Militär geputscht und Mugabe unter Hausarrest gesetzt. Nach ersten Eindrücken war dem Großteil der Bevölkerung diese Maßnahme wirklich recht. Fast ein halbes Jahrhundert unter Mugabe – das hat vielen mehr als gereicht. Völlig offen ist die Frage, was jetzt kommt.

Prinzip Hoffnung

Ein Blick in die Geschichte anderer Staaten erlaubt für Simbabwe durchaus unterschiedliche Prognosen. Länder wie Tansania oder Senegal zeigen, dass demokratischer Wandel, Öffnung und wirtschaftlicher Fortschritt zwar Zeit brauchen, aber durchaus möglich sind. In manchen Fällen, wie in Nigeria, blieben Regierungswechsel aber nur Episoden einer diktatorischen „Staatstradition“, weil sich neue Machthaber nach kurzer Zeit wieder korrumpieren ließen. Das Problem: Der Aufbau von demokratischen Strukturen gelingt nur schwer in Gesellschaften, die über Jahrzehnte vor allem durch Vettern- und Klientelwirtschaft angetrieben wurden (wobei Demokratie nicht pauschal mit Fortschritt gleichgesetzt werden darf).

Friedliche Kooperation, Wirtschaftsgeist, Mitbestimmung und Kontrolle brauchen ein wenig Übung. Und genau das haben Mugabe und seine Parteigenossen seit sehr langer Zeit wirkungsvoll verhindert. Bleibt zu hoffen, dass der notwendige Aufbruch trotzdem funktioniert.

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