Vorläufige Spendenbilanz 2017: Weniger Spender geben mehr

27.11.2017 – Nachdem die internationale Flüchtlingskrise in den medialen Hintergrund gerückt ist, hat sich das Spendenaufkommen in Deutschland umstrukturiert. Von Januar bis September 2017 haben die Deutschen etwa 3,1 Milliarden Euro gespendet – etwa ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen hat der „Deutsche Spendenrat“ vom Marktforschungsunternehmen GfK ermitteln lassen.

Hier sind die weiteren Ergebnisse im Überblick:

  • Die Spenden für Flüchtlinge summierten sich auf „nur“ noch 285 Millionen Euro – ein Minus von 16 Prozent.
  • Dieser Rückgang betrifft vor allem die jüngeren Jahrgänge unter 40 Jahren.
  • Im Mittelpunkt des Spendenengagements stand stattdessen die Katastrophenhilfe, vor allem für hungernde Menschen in Afrika.
  • Die durchschnittliche Höhe der Einzelspenden beträgt konstant etwa 32 Euro. Allerdings hat sich die Spendenhäufigkeit pro Person auf fast sechs Spendenanlässe im Jahr erhöht.
  • Insgesamt verteilt sich das leicht gestiegene Spendenvolumen auf rund 17 Millionen einzelne Spender, was einen Rückgang um 800.000 bedeutet.

Positive Bilanz

Unter dem Strich hat sich 2017 das Spendenverhalten also wieder „normalisiert“. Angesichts von Hunderttausenden zusätzlichen Flüchtlingen in Deutschland hatten 2016 gerade viele jüngere Spender gerne ihr Portmonee geöffnet. Jetzt fokussiert sich der Spendenfluss wieder verstärkt auf die klassischen Themen und Zielgruppen.

Insgesamt ist die Solidarität und Hilfsbereitschaft aber ungebrochen. Wir dürfen nun auf die Vorweihnachtszeit gespannt sein, in der nach früheren Erfahrungen weitere zwei Milliarden Euro (oder mehr) zusammenkommen dürften.

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