Spenden für Afghanistan

Drei Jahrzehnte Krieg und ausländische Besetzung haben in Afghanistan deutliche Spuren hinterlassen: Heimische Wirtschaft und Infrastruktur liegen am Boden, rund 1,5 Millionen Einwohner wurden getötet, mehrere Millionen vertrieben. Zurückgeblieben sind viele Witwen und Waisen.

Das landwirtschaftlich geprägte Afghanistan zählt es zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Eine gute Ernährung und medizinische Betreuung sind für viele Einwohner ein Luxus. Gerade in den äußerst bergigen Landesteilen ist die Versorgung der Bevölkerung auch ein logistisches und infrastrukturelles Problem. Viele Straßen sind zerstört oder in einem sehr schlechten Zustand. Hier ist – trotz und gerade wegen der unsicheren politisch-militärischen Lage – dringend internationale Hilfe gefordert.

Eine Bereinigung der gröbsten politischen Turbulenzen – im Fadenkreuz von islamischen Milizen, Terroristen und Stellvertreterarmeen – wäre die Voraussetzung für eine bessere wirtschaftliche Entwicklung. Eine solche Lösung ist aber nicht ansatzweise in Sicht. Die Sicherheitslage ist fortgesetzt schlecht, obwohl (oder weil?) Soldaten aus rund 20 Nationen im Land ihren Dienst tun. Zu den fremden Einsatztruppen zählen auch einige Hundert deutsche Soldaten.

Afghanistan-Karte:

Frauen sind benachteiligt

Besonders dramatisch ist die Situation der Mädchen und Frauen: Unter der früheren islamistischen Taliban-Regierung waren ihnen Schulbesuch und Berufstätigkeit untersagt. Diesem Erbe ist es zu verdanken, dass heute etwa 80 Prozent aller afghanischen Frauen weder lesen noch schreiben können. Bei den Männern beträgt die Analphabetenrate immerhin noch über 50 Prozent.

Das Land Afghanistan

Afghanistan ist ein asiatischer Binnenstaat, der an China, Iran und die drei sowjetischen Nachfolgestaaten Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan grenzt. Das Land wird durch Hochgebirge geprägt, allen voran vom mehr als 7000 Meter hohen Hindukusch. Die Hauptstadt Kabul liegt auf etwa 1800 Metern Höhe, besitzt fast vier Millionen Einwohner und zählt zu den am schnellsten wachsenden Großstädten der Welt.

Die etwa 33 Millionen Einwohner Afghanistans sind vorwiegend muslimischen Glaubens. Gut 40 Prozent gehören zur Volksgruppe der Paschtunen. Hinzu kommen Tadschiken, Hazara, Usbeken und zahlreiche kleine Minderheiten. Diese ethnische Vielfalt erzeugt Bruchlinien innerhalb der Gesellschaft. Die Talibanbewegung ist keine eigenständige religiöse oder ethnische Gruppe, sondern eine vorwiegend in der paschtunischen Bevölkerungsmehrheit verankerte Miliz.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Afghanistan: hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen arbeiten schwerpunktmäßig in Afghanistan:

  • Waisenhaus Afghanistan
  • Afghanischer Frauenverein
  • Afghanische Kinderhilfe Deutschland
  • Children’s Hope Afghanistan

(Auswahl ohne Gewähr)

Der Spenden-Ratgeber fairhelfen.de behandelt auch den afghanischen Nachbarstaat Pakistan. Schon zehn oder 20 Euro sind eine Hilfe für die Menschen vor Ort.

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