Spenden für Afghanistan

Vier Jahrzehnte Krieg, ausländische Besetzung und tägliche Gewalt haben in Afghanistan deutliche Spuren hinterlassen: Heimische Wirtschaft und Infrastruktur liegen am Boden, rund 1,5 Millionen Einwohner wurden getötet, mehrere Millionen vertrieben. Zurückgeblieben sind viele Witwen und Waisen.

Das landwirtschaftlich geprägte Afghanistan zählt es zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Eine gute Ernährung und medizinische Betreuung sind für viele Einwohner ein Luxus. Gerade in den äußerst bergigen Landesteilen ist die Versorgung der Bevölkerung auch ein logistisches und infrastrukturelles Problem. Viele Straßen sind zerstört oder in einem sehr schlechten Zustand. Hier ist – trotz und gerade wegen der unsicheren politisch-militärischen Lage – dringend internationale Hilfe gefordert.

Eine Bereinigung der gröbsten politischen Turbulenzen – im Fadenkreuz von islamischen Milizen, Terroristen und Stellvertreterarmeen – wäre die Voraussetzung für eine bessere wirtschaftliche Entwicklung. Eine solche Lösung ist aber nicht ansatzweise in Sicht. Die Sicherheitslage ist fortgesetzt schlecht. Im Jahr 2014 ist die ISAF-Militärmission ausgelaufen, an der sich über 40 Nationen beteiligt hatten, darunter auch mehrere Tausend deutsche Soldaten. Die versuchte „Friedenserzwingung“ war unter dem Strich allenfalls in Ansätzen erfolgreich – und gleicht damit der Bilanz vieler ähnlicher Militäroperationen überall auf der Welt.

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Frauen sind benachteiligt

Besonders dramatisch ist die Situation der Mädchen und Frauen: Unter der früheren islamistischen Taliban-Regierung waren ihnen Schulbesuch und Berufstätigkeit untersagt. Diesem Erbe ist es zu verdanken, dass heute etwa 80 Prozent aller afghanischen Frauen weder lesen noch schreiben können. Bei den Männern beträgt die Analphabetenrate immerhin noch über 50 Prozent. Die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung ist somit von höher qualifizierten Jobs, die ein befriedigendes Einkommen bieten, ausgeschlossen.

Das Land Afghanistan

Afghanistan ist ein asiatischer Binnenstaat, der an China, Iran und die drei sowjetischen Nachfolgestaaten Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan grenzt. Das Land wird durch Hochgebirge geprägt, allen voran vom mehr als 7000 Meter hohen Hindukusch. Die Hauptstadt Kabul liegt auf etwa 1800 Metern Höhe, besitzt fast vier Millionen Einwohner und zählt zu den am schnellsten wachsenden Großstädten der Welt.

Die etwa 33 Millionen Einwohner Afghanistans sind vorwiegend muslimischen Glaubens. Gut 40 Prozent gehören zur Volksgruppe der Paschtunen. Hinzu kommen Tadschiken, Hazara, Usbeken und zahlreiche kleine Minderheiten. Diese ethnische Vielfalt erzeugt Bruchlinien innerhalb der Gesellschaft. Die Talibanbewegung ist keine eigenständige religiöse oder ethnische Gruppe, sondern eine vorwiegend in der paschtunischen Bevölkerungsmehrheit verankerte Miliz.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Afghanistan: hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen arbeiten schwerpunktmäßig in Afghanistan:

  • Waisenhaus Afghanistan
  • Afghanischer Frauenverein
  • Afghanische Kinderhilfe Deutschland
  • Children’s Hope Afghanistan

(Auswahl ohne Gewähr)

Der Spenden-Ratgeber fairhelfen.de behandelt auch den afghanischen Nachbarstaat Pakistan. Schon zehn oder 20 Euro sind eine Hilfe für die Menschen vor Ort.