Blutspenden trotz sinkenden Bedarfs weiterhin gefragt

Rund vier Millionen Bluttransfusionen werden in Deutschland jährlich verabreicht – die meisten aus Blutspenden. Davon profitieren beispielsweise Menschen, die eine schwere Blutarmut oder eine Operation sonst nicht überleben würden. Etwa ein Viertel des Spenderbluts geht an Krebspatienten. Insbesondere am jährlichen Weltblutspendetag rufen deutsche und internationale Hilfsorganisationen zur Spende auf. Allerdings ist die Lage nicht mehr ganz so dramatisch wie noch vor einigen Jahren.

Viele Kliniken betreiben heutzutage ein intelligenteres Management ihrer Blutkonserven. So oft wie möglich erhalten Patienten besonders gut verträgliches Eigenblut. Auch künstlich hergestellte Blutersatzstoffe kommen vermehrt zum Einsatz. Vor allem der Bedarf an Blut mit dem häufigen Rhesusfaktor positiv ist daher keine knappe Ware mehr. Dagegen reichen die Vorräte an Rhesus-negativem Blut nur höchstens fünf Tage. Im Kampf um die raren Blutspenden ist also nicht an allen Fronten Entspannung angesagt.

Aufruf zur Blutspende - © Rike / pixelio.de

Aufruf zur Blutspende – © Rike / Pixelio.de

Blut spenden: Wer darf das? Was ist zu beachten? Wie läuft das ab?

Alter: In Deutschland muss ein Spender mindestens 18 Jahre alt sein. Für Erstspender gilt ein Höchstalter von 68 Jahren, für Wiederholungsspender gibt es keine Obergrenze. Etwa drei Prozent aller Deutschen spenden regelmäßig Blut.

Gesundheit: Körperliche Gesundheit und eine Mindestfitness sind die Voraussetzungen für eine Blutspende. So müssen unter anderem der Blutdruck und die Pulsfrequenz stimmen. Als Sicherheitsmaßnahme darf der Spender nicht weniger als 50 Kilo wiegen. Das entnommene Blut wird auf übertragbare Krankheiten wie HIV, Hepatitis oder Syphilis untersucht. Sehr umstrittenen ist die Bestimmung, die sexuell aktiven schwulen Männern die Blutspende verbietet.

Vor der Blutspende: Der Spender muss am Tag vor der Blutabnahme mindestens 1,5 Liter Wasser trinken, um den anstehenden Flüssigkeitsverlust schnell ausgleichen zu können. Außerdem sollte er etwa drei Stunden vorher eine Kleinigkeit gegessen haben.

Die Blutabnahme selbst: Während der Spender bequem liegt, wird die Nadel eines Einweg-Bestecks in eine seiner Ellenbeugen-Venen eingeführt. Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Minuten pumpt das Herz einen halben Liter Blut in den dafür vorgesehenen Blutspendebeutel. Dies gilt für die so genannte Vollblutspende, bei der alle Bestandteile des Blutes genutzt werden.

Nach der Blutabnahme: Zur Sicherheit sollte sich der Blutspender noch einige Minuten ausruhen, damit sich sein Kreislauf stabilisieren kann. Ein kleiner Imbiss dient der Stärkung, in manchen Fällen gibt es auch eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Bei gesunden Menschen ersetzt der Körper die entnommenen Blutzellen innerhalb der nächsten zwei Wochen. Nur der Ausgleich des Eisendefizits kann deutlich länger dauern.

Verwendung des Blutes: Nachdem festgestellt wurde, dass das Spenderblut gesundheitlich unbedenklich ist, wird es in seine Bestandteile getrennt und in einer „Blutbank“ gelagert. Laut gesetzlicher Regelung darf es dort maximal 42 Tage bleiben, bis es einem bedürftigen Patienten zugeführt wird. Bei älterem Blut steigt die Komplikationsgefahr im klinischen Einsatz.

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Weltblutspendetag

Den Weltblutspendetag gibt es erst seit dem Jahr 2004. Er zählt damit zu den jüngeren Gedenk- und Aktionstagen. Eingeführt wurde er unter dem Eindruck eines immer höheren Bedarfs an Blutspenden, dem eine zu kleine Anzahl an Spendern gegenüber stand. Seither hat sich – wie oben erläutert – die Situation etwas entschärft.

Der Weltblutspendetag (englisch: World Blood Donor Day) findet jedes Jahr am 14. Juni statt. Mit dieser Terminwahl soll Karl Landsteiner geehrt werden, ein US-amerikanischer Pathologe und Nobelpreisträger, der die Blutgruppen entdeckt hat und am 14. Juni 1868 geboren wurde.

Auch heute gilt: Blut spenden rettet Leben!

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