Schon wieder braucht Haiti Spenden! Nachdem sich das mittelamerikanische Land kaum von dem katastrophalen Erdbeben erholt hatte, das 2010 weit über 200.000 Todesopfer forderte, wurde Haiti am 14. August 2021 erneut von einem schweren Erdbeben getroffen. Das Epizentrum mit dem größten Zerstörungspotenzial liegt im Westen des Landes nahe der Stadt Saint-Louis-du-Sud. Noch sind das Ausmaß der Zerstörungen und die Zahl der Todesopfer unklar (Schätzungen gehen von etwa 2000 aus). Wir halten Sie hier auf dem Laufenden, wie und wo Spenden benötigt werden. „Ärzte ohne Grenzen“, Unicef und andere Hilfsorganisationen sind offenbar bereits vor Ort aktiv.

Spendeninfos von Aktion Deutschland Hilft (hier klicken)

Die neuerliche Katastrophe ereilt Haiti in einer politisch heiklen Phase, da erst vor Kurzem Staatspräsident Jovenel Moïse ermordet wurde. Diese Ausgangslage wird es noch schwieriger gestalten, die Hilfe innerhalb der Landes gut zu organisieren. Das immer wieder von Erdbeben und Cholera getroffene Haiti zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und zeichnet sich durch ein krasses Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich aus.

Inwiefern die Coronakrise aktuell erschwerend hinzukommt, lässt sich kaum abschätzen: Dass in Haiti erst knapp 600 Todesfälle durch das neuartige Coronavirus gezählt wurden, ist mit größter Sicherheit auch auf eine fehlende statistische Erfassung im maroden Gesundheitssystem zurückzuführen.

Spenden für die Katastrophenhilfe

Der Staat Haiti liegt äußerst ungünstig an den Grenze von zwei sich gegeneinander bewegenden Erdplatten. Die resultierende Erdbebengefahr wird dadurch potenziert, dass sich die meisten Menschen nur einfache Wohnungen leisten können, die einem Beben nichts entgegensetzen können, sehr schnell einstürzen und ihre Bewohner unter sich begraben.

Das schwere Erdbeben, das Anfang 2010 das Land erschütterte, hat die erheblichen Probleme des Landes und seiner Bewohner nachhaltig zugespitzt. Neben über 200.000 Todesopfern hatte das Erdbeben über eine Million Obdachlose zurückgelassen, die nur langsam wieder menschenwürdige Unterkünfte erhalten können. Noch immer lebt ein Teil der Menschen in diesen Notbehausungen, die sich nun wahrscheinlich weiter füllen werden. Man darf gespannt sein, wie die Weltgemeinschaft den Haitianern zu Hilfe kommen wird. 2010 stammten die zum Überleben notwendigen Spenden zum großen Teil von im Ausland lebenden Haitianern.

Aber Erdbeben sind nicht die einzigen Katastrophen, die das Land heimsuchen: Der Inselstaat liegt in der Zugstraße von Wirbelstürmen, die regelmäßig Zerstörungen anrichten. Im Oktober 2016 wurden die Aufbaubemühungen in Haiti wieder einmal zurückgeworfen, als der Hurrikan Matthew den Süden und Südwesten des Landes verwüstete. Dabei wurden schätzungsweise 30.000 Häuser zerstört, rund 1000 Menschen starben. Die schlechten hygienischen Bedingungen während und nach diesen Katastrophen führten zu wiederholten Cholera-Ausbrüchen mit rund 10.000 Todesopfern.

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Ungleichheit in Haiti

Schon ohne Naturkatastrophen ist das Leben in dem Karibikstaat hart genug. Die 40 Prozent ärmsten Haushalte erwirtschaften nur etwa zehn Prozent des Gesamteinkommens in Haiti. Dagegen erhalten die 20 Prozent reichsten Haushalte über 60 Prozent des Einkommens. Zwei Drittel der Menschen leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze, viele von ihnen sind unterernährt und können weder Lesen noch Schreiben. Rund die Hälfte der Erwerbsbevölkerung ist arbeitslos. Weit verbreitet ist dagegen Kinderarbeit in ausbeuterischen, sklavenähnlichen Verhältnissen.

Zu den drastischen Wirtschaftsproblemen gesellt sich eine hochgradige politische Instabilität. Korruption, Amtsmissbrauch, Gewaltkriminalität und Wahlbetrug sind an der Tagesordnung. Da ist es sicherlich kein Zufall, dass im Juli Staatspräsident Jovenel Moïse ermordet wurde, was zu einer weiteren Destabilisierung des Landes führen kann. Angesichts der Vielzahl der Probleme versuchen viele Haitianer, ihr Land zu verlassen und im Ausland eine neue Existenz aufzubauen.

Der Karibikstaat Haiti

Der Karibikstaat Haiti nimmt knapp ein Drittel der Insel Hispaniola ein und grenzt dabei an die Dominikanische Republik. Gut zehn Millionen Haitianer leben in dem dicht besiedelten Land mit der Hauptstadt Port-au-Prince. Während der Atlantischen Hurrikansaison von Juni bis November liegt der Inselstaat in der Zugbahn zahlreicher Wirbelstürme. Oft entscheiden nur Nuancen der Temperaturverteilung darüber, ob ein Hurrikan über dem offenen Meer weiterzieht oder auf bewohntes Land trifft, ob er sich langsam abschwächt oder zu einem rekordverdächtigen Gefahrenbringer anwächst wie „Matthew“.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Haiti: hoch

In Haiti wurde die Geduld der Spender allerdings bereits auf harte Proben gestellt. Schuld ist vor allem der vermeintliche Spendenskandal um das Amerikanische Rote Kreuz (ARC), das eine halbe Milliarde US-Dollar (!) wenigstens teilweise verschwendet haben soll. Das ARC wollte nach dem Erdbeben von 2010 etwa 700 Dauerunterkünfte für obdachlose Bewohner schaffen. Davon sollen angeblich bis heute nur ganze sechs errichtet worden sein. – Dennoch führt in der aktuellen Lage führt kein Weg an privaten Spenden UND staatlichen Hilfslieferungen vorbei.

Wem spenden?

Die folgenden Hilfsorganisationen sind in Haiti aktiv:

(Auswahl ohne Gewähr)

Dieser Spendenratgeber führt außerdem die Dominikanische Republik auf. Jeder einzelne Euro ist eine willkommene Hilfe.

Spenden für Haiti (aktuell: Erdbeben August 2021)