Spenden für Indien

Indien ist eines der klassischen Ziele deutscher Entwicklungs- und Spendenpolitik. Obgleich die Bekämpfung des Hungers in Indien in den vergangenen Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht hat, haben die über eine Milliarde Menschen des „Subkontinents“ noch immer mit vielen Problemen zu kämpfen. Der Hilfsbedarf durch Spenden ist weiterhin hoch.

Aktuelle Flutkatastrophe

August/September 2018: Im südlich gelegenen indischen Bundesstaat Kerala sind rund 23 Millionen Menschen von einer „Jahrhundertflut“ betroffen. Nach Schätzungen sind 900.000 bis eine Millionen Einwohner obdachlos und mussten vor der Wassermassen in Sicherheit gebracht werden. Schuld an der Misere ist der Monsunregen, der in dieser Region so stark wir seit 100 Jahren nicht aufgetreten ist.

Hilfsbedarf in Indien nicht nur bei Katastrophen

Nach Schätzungen ist rund ein Viertel der schnell wachsenden Bevölkerung unter- oder fehlernährt. Vor allem auf dem Land, aber auch in den Slums der Mega-Städte wie Kalkutta und Bombay (Mumbai), sind viele Einwohner zu arm, um sich gesunde und ausreichende Nahrungsmittel kaufen zu können. Straßenkinder und Kinderarbeit sind nur zwei der häufigen Folgen. Verschärft wird die Lage, wenn einmal die Monsun-Regenfälle zu spärlich ausfallen – oder wenn zu viel Regen fällt und zu Überschwemmungen führt.

Im Jahr 2016 herrschte in vielen Landesteilen eine fast beispiellose Dürreperiode. Für viele Bauern und Viehzüchter war die Lage mehr als kritisch. Die indische Regierung ließ Trinkwasser per Zug in die Dürreregionen bringen. Mehr als 300 Millionen Menschen waren von der Krise betroffen, vor allem im Bundesstaat Maharashtra mit der Metropole Mumbai. Gründe für solche Notlagen sind nicht nur ausbleibende Niederschläge, sondern auch der weit verbreitete, bewässerungsintensive Zuckerrohranbau, der die Grundwasserspiegel sinken lässt.

Warum ist der Monsun wichtig?

Die indische Landwirtschaft ist in hohem Maße vom Monsunregen abhängig. Er entsteht durch die so genannten Monsunwinde, einem großräumigen Windsystem, das sich in äquatornahen Erdregionen ausbildet, periodisch wiederkehrt und oft feuchte Luftmassen heranführt. Der Monsun ist das Resultat eines komplexen Zusammenspiels zwischen Sonneneinstrahlung, Land-Meer-Verteilung und Erdrotation. Bei Klimaanomalien wie dem El-Nino-Effekt kann dieses System gestört sein – mit fatalen Folgen für die Menschen in Indien und anderen Staaten.

Im Norden und Nordwesten des Landes drohen weitere Naturkatastrophen: Erdbeben. Hier stoßen die Indische und Eurasische Erdplatte aufeinander und schieben das Himalaya-Gebirge auf. Zuletzt hat der Nepal-Beben 2015 auch Teile Indiens getroffen. Auch die Kaschmirregion ist gefährdet und benötigt im Katastrophenfall internationale Spenden.

Indien-Karte:

Landbevölkerung und Frauen im Nachteil

Auch abseits akuter klimatischer Herausforderungen gibt es in Indien einen erheblichen Hilfsbedarf. In vielen ländlichen Regionen liegt die Analphabetenrate über 50 Prozent. Auch die gesundheitliche Versorgung ist hier vielfach mangelhaft, sodass Seuchen wie Cholera oder Tuberkulose ausbrechen können.

Allgemein benachteiligt werden in Indien die Angehörigen niedriger Kasten (Unberührbare) sowie Mädchen und Frauen. Sie haben oft einen schlechteren Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung und benötigen daher eine besondere Unterstützung. Aufgrund gezielter Schwangerschaftsabbrüche hat Indien einen deutlichen Überschuss männlicher Bevölkerung. Hier finden internationale Hilfsorganisationen wichtige Betätigungsfelder.

Der Staat Indien

Aufgrund seiner Größe (siebtgrößter Staat der Welt) und exponierten Lage zwischen Himalaya und Indischem Ozean wird Indien auch ein „Subkontinent“ genannt. Die über 1,3 Milliarden Köpfe zählende Bevölkerung gehört zahlreichen unterschiedlichen Ethnien, Volksgruppen und Religionen an. Diese Vielfalt gestaltet manche Hilfsprojekte besonders anspruchsvoll.

Obwohl zwei Drittel der Einwohner auf dem Land wohnen, besitzt Indien mindestens 46 Millionenstädte. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wächst die indische Bevölkerungszahl dynamisch und könnte bald China überflügelt haben.

Etwa 80 Prozent der Einwohner sind Hindus, 14 Prozent Muslime, während Sikhs, Buddhisten und Christen bedeutende Minderheiten darstellen. Nicht erst seit der staatlichen Unabhängigkeit im Jahr 1947 kommt es im Land immer wieder zu religiös motivierten Konflikten.

Bedrohte Naturräume

Die hohe Besiedlungsdichte Indiens führt insgesamt dazu, dass sich die Lebensräume von Menschen und seltenen Tierarten zunehmend überschneiden – oft mit fatalen Folgen für die Rückzugsräume der Tiere. Zu den bedrohten Arten zählen beispielsweise Tiger, indischer Löwe, Leopard, Gangesgavial und Panzernashorn. Berühmt ist unter anderem der Gir-Nationalpark im Bundesstaat Gujarat, in dem die letzte asiatische Löwenpopulation lebt.

Katastrophen und Spenden-Anlässe vergangener Jahrzehnte

  • 3. Dezember 1984: In der Millionenstadt Bhopal ereignet sich das wahrscheinlich schwerste Chemieunglück der Menschheitsgeschichte. Aufgrund menschlichen Versagens treten aus einem Pestizidwerk (Union Carbide) mehrere Tonnen des Stoffes Methylisocyanat aus. Viele Tausend Menschen sterben an Verätzungen und Organschäden, nachdem sie Kontakt mit der Gaswolke hatten, Hunderttausende leiden noch immer an der Spätfolgen und wurden nicht ausreichend finanziell entschädigt.
  • 26. Januar 2001: Als in der Nähe von Bhuj (im westindischen Bundesstaat Gujarat) die Erde bebt, sterben etwa 20.000 Menschen. Die offiziellen und inoffiziellen Opferzahlen weichen stark voneinander ab. Außerdem werden in der Stadt viele touristische Sehenswürdigkeiten in Mitleidenschaft gezogen.
  • 26. Dezember 2004: Im Indischen Ozean liegt das Epizentrum eines der folgenreichsten Erdbeben überhaupt. Ein verheerender Tsunami überschwemmt viele Küstenregionen und bringt rund 230.000 Menschen den Tod. Spenden und andere Hilfsangebote kommen aus aller Welt. Die meisten Opfer der Katastrophe sind in Indonesien zu beklagen. Aber auch an den indischen Küsten sowie auf den Inseln sterben etwa 15.000 Einwohner (nach anderen Angaben 8000).
  • 2016: Indien erlebt die schwerste Dürreperiode seit Jahrzehnten. Monatelang bleibt der Regen aus – und das bei Temperaturen über 40 Grad im Schatten. Über 300 Millionen Menschen sind von der Hitzewelle betroffen. Das Schlimmste sind die Ernteausfälle, die die Existenz der Bauern bedrohen. (siehe oben)
  • August/September 2017: Die Monsunregenfälle fallen in Indien und anderen asiatischen Staaten ungewöhnlich intensiv aus. In den Überschwemmungsgebieten sterben Menschen und Ernten werden vernichtet. Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf.

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen engagieren sich in Indien bzw. betreiben humanitäre Projekte im Land:

  • „Hilfe für Indien“
  • „Indienhilfe Herrsching
  • Karunai Kinder-Hilfe-Indien“
  • „Back to Life“
  • „Indiennothilfe“
  • „Förderverein Kinder-Indiens“
  • „Andheri Hilfe“
  • „Muskaan“

(Auswahl ohne Gewähr)

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Indien: mittel bis hoch

Bereits 10 oder 20 Euro sind ein sinnvoller Spendenbeitrag. Bei fairhelfen.de sind außerdem die indischen Nachbarstaaten Pakistan, Nepal und Bangladesch aufgeführt.

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