Braucht Indonesien Spenden? Der südasiatische Staat zählt nicht zu den Armutsregionen der Welt. Allerdings sind es Naturkatastrophen, die den Inselstaat außergewöhnlich oft heimsuchen und ihn ins Zentrum der internationalen Hilfsbereitschaft rücken.

Hohes Risiko für Naturkatastrophen

Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und vor allem Erdbeben mit Tsunamis stellen eine ständige Bedrohung für die über 260 Millionen Einwohner dar.

Im Dezember 2004 richtete ein besonders starker Tsunami, ausgelöst durch ein Seebeben, schwere Verwüstungen an und forderte in Indonesien schätzungsweise 170.000 Menschenleben (hinzu kamen weitere 60.000 Opfer in anderen Ländern). Mehrere Hunderttausend Einwohner wurden auf einen Schlag obdachlos. Besonders betroffen waren die Küstenregionen der Insel Sumatra. Für die Nothilfe und den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur spendeten Menschen, Organisationen und Regierungen aus aller Welt.

Durch seine Lage an der Grenze zwischen zwei instabilen Erdplatten ist die seismische Aktivität in Indonesien sehr hoch. Daher muss auch in Zukunft in der Region mit Erdbeben (und Vulkanausbrüchen) gerechnet werden, die unter ungünstigen Bedingungen erneut Katastrophen auslösen können. Dafür lohnt ein Blick in die Vergangenheit, als noch niemand an Spenden für Indonesien dachte: Als im Jahr 1815 der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa ausbrach, verteilte sich so viel Asche in der Atmosphäre, das das „Jahr ohne Sommer“ mit globalen Hungersnöten folgte. Beim Ausbruch des Vulkans Krakatau und dem nachfolgenden Tsunami starben rund 36000 Menschen – für die damalige Zeit mit geringerer Siedlungsdichte eine ungeheure Anzahl.

Ausgewählte Erdbeben des 21. Jahrhunderts:

  • 2004: Katastrophenbeben vor Sumatra, Tsunami, etwa 230000 Tote
  • 2005: Erdbeben bei Sumatra, mehr als 1300 Tote
  • 2006: Erdbeben auf Java, etwa 6000 Tote
  • 2009: Erdbeben auf Sumatra, über 1000 Tote
  • 2018: mehrere Erdbeben und Tsunamis auf den Inseln Lombok und Sulawesi, zusammen etwa 5000 Tote

Die Tsunami-Katastrophe von Sulawesi war der vorläufige Endpunkt einer langen Kette von desaströsen Ereignissen: Am 28. September 2018 wurde die Küstenstadt Palu auf der Insel Sulawesi zerstört. Alleine bei diesem Unglück starben wahrscheinlich über 4300 Menschen und mehr als 80.000 wurden obdachlos. Auslöser war damals ein Erdbeben der Stärke 7,4. Über 25 Ländern leisteten Nothilfe und internationale Hilfsorganisationen sammelten Spenden für ihre Arbeit. Obwohl das installierte Tsunami-Warnsystem offenbar normal funktioniert hatte, konnte es aufgrund der kurzen Vorwarnzeit die Todesopfer nicht verhindern. Hohe Siedlungsdichte und die ungünstige Lage am „Pazifischen Feuergürtel“ machen das Leben in Indonesien auch in Zukunft gefährlich.

Neben diesen großen Katastrophen, die auch die internationalen Medien beherrschen, müssen die Menschen mit vielen weiteren Zerstörungen leben. Beispielsweise kommt es in der indonesischen Hauptstadt Jakarta im Abstand weniger Jahre wiederholt zu Überschwemmungen mit Todesfällen und Tausenden zerstörten Wohnungen. Jedes dieser Ereignisse wäre, wenn es sich in Deutschland zugetragen hätte, als Jahrhundertflut gewertet worden…

Tsunami und Erdbeben Indonesien
Nothilfe für Indonesien: das Epizentrum des Erdbebens auf Sulawesi

Spenden erhofft: Das Land Indonesien

Abgesehen von dem erheblichen Katastrophenpotenzial ist der Handlungsbedarf, der sich aus dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand des Landes herleitet, eher moderat: Das Bildungs- und Gesundheitssystem Indonesiens besitzt im internationalen Maßstab keinen guten, aber doch akzeptablen Standard. Auch in den Armutsstatistiken nimmt das Land einen hinteren Mittelplatz ein. Die offizielle Analphabetenrate beträgt nur rund 5 Prozent.

Der vorwiegend muslimische Staat Indonesien mit seinen gut 260 Millionen Einwohnern verteilt sich auf über 17.000 Inseln. Landgrenzen Indonesiens bestehen mit Malaysia (auf der Insel Borneo), Papua-Neuguinea und Osttimor. Der Kleinstaat Osttimor ist erst seit 2002 unabhängig, ist wirtschaftlich unterentwickelt und benötigt Spenden.

Vor allem die Insel Java ist extrem dicht besiedelt. Am geringsten ist Bevölkerungsdichte auf der großen Insel Borneo. Hier befinden sich wichtige, aber stark bedrohte Rückzugsgebiete für tropische Pflanzen und Tiere, zum Beispiel für Orang-Utans und Zwergelefanten. Diese Lebensräume schmelzen vor allem durch Brandrodung des Regenwalds dahin.

Indonesien war Hundert Jahre unter portugiesischer Kolonialherrschaft, bevor die Niederländer für dreieinhalb Jahrhunderte die Macht übernahmen. Ein Unabhängigkeitskrieg beendete erst 1949 diesen Kolonialstatus endgültig. Nach einem Militärputsch übernahm General Mohamed Suharto die Macht und regierte das Land drei Jahrzehnte mit diktatorischen Mitteln. Heute gilt der südasiatische Staat – mit gewissen Abstrichen – als Demokratie.

Unsere Bewertung – Spendenbedarf in Indonesien: im Katastrophenfall sehr hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen arbeiten mit Schwerpunkten in Indonesien:

  • Save the Children
  • Kinderhilfe Indonesien
  • Terre des hommes
  • WWF Deutschland
  • ADRA Deutschland

(Auswahl ohne Gewähr)

Spenden für Indonesien