Katastrophenhilfe

Die internationale Katastrophenhilfe steht besonders im Blickpunkt der Medienöffentlichkeit. Zu diesen Gelegenheiten ist die Spendenbereitschaft oft sehr hoch.

Viele Menschen auf der Welt sind akut oder ständig von Katastrophen bedroht: Sie leben in potentiellen Dürregebieten mit wechselnden Niederschlägen, in tektonisch instabilen Regionen mit Erdbeben und Vulkanen, in Überschwemmungszonen oder Wirbelsturm-Zugbahnen. Manchmal überwiegen „natürliche“ Gefährdungen, oft hat der Mensch durch seine Umweltzerstörung die Gefahrenquellen erst geschaffen oder verstärkt.

Nicht zu vernachlässigen ist der Faktor Armut: Ein gewaltsames Naturgeschehen wird häufig erst dadurch zur Katastrophe, dass die Ressourcen für Schutz- und Gegenmaßnahmen nicht vor Ort bzw. für die Menschen unbezahlbar sind. Während beispielsweise das erdbebengefährdete Japan ungezählte Milliarden Euro in Schutzsysteme investieren konnte, drohen im wesentlich ärmeren Nepal noch drastischere Erdbebenfolgen. Vor allem in den abgelegenen Weltregionen mit schlechter Infrastruktur besteht eine logistische Herausforderung darin, die Katastrophenhilfe erst einmal an den Einsatzort zu bringen.

Unsere Tipps:

  • Vergessen Sie über die – sicherlich sinnvolle – Spendenbereitschaft in Katastrophenfällen bitte nicht die vielen anderen, vielleicht weniger spektakulären Hilfsprojekte, die fortlaufend Ihre Unterstützung brauchen.
  • Große Spendenorganisationen haben in der Regel für Katastropheneinsätze finanziell vorgesorgt. Die Spendenaufrufe haben daher vor allem den Zweck, die entsprechenden Kassen liquide zu halten. Wenn eine Organisation den Eindruck erweckt, in einem akuten Fall zahlungsunfähig zu sein, dürfen Sie als Spender kritisch nachfragen.
  • Internationale Großeinsätze verlangen eine schlagkräftige Organisation, die auch im Einsatzgebiet präsent ist. Hier sind in der Regel große, langjährig erfahrene Einrichtungen erfolgreicher als kleine Initiativen – von begründeten Ausnahmen abgesehen.

Ausgewählte Katastrophen des 20. und 21. Jahrhunderts (ohne Hungersnöte)

  • 25. April 2015: Erdbeben in Nepal
    Epizentrum nordwestlich von Kathmandu – etwa 8.800 Todesopfer
  • 8. November 2013: Sturmkatastrophe auf den Philippinen
    Taifun „Haiyan“ wütet auf der Insel Leyte – 8.000 bis 10.000 Tote
  • 11. März 2011: Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe Fukushima
    Tōhoku-Erdbeben, Magnitude 9,0 – insgesamt über 19.000 Tote
  • 27. Juli 2010: Flutkatastrophe in Pakistan
    Überschwemmungen am Indus – „nur“ 1.700 Tote, aber über 14 Millionen Betroffene
  • 12. Januar 2010: Erdbeben in Haiti
    Bei Port-au-Prince, Magnitude 7,0 – 315.000 Tote
  • 12. Mai 2008: Erdbeben in China
    In der Provinz Sichuan, Magnitude 7,9 – etwa 87.000 Tote
  • 8. Oktober 2005: Erdbeben in Pakistan
    In der Region Kaschmir, Magnitude 7,6 – 87.000 Tote
  • 25. August 2005: Hurrikan Katrina
    Sturmkatastrophe im Süden der USA – rund 1.800 Tote, über 100 Milliarden Dollar Schäden
  • 26. Dezember 2004: Erdbeben und Tsunami Indonesien
    Vor allem Insel Sumatra, Magnitude 9,1 – 230.000 Tote
  • 26. Dezember 2003: Erdbeben im Iran
    Bei der Stadt Bam, Magnitude 6,6 – 31.000 Tote
  • 26. Januar 2001: Erdbeben in Indien
    Bundesstaat Gujarat, Magnitude 7,7 – 20.000 Tote
  • 17. August 1999: Erdbeben in der Türkei
    Bei Izmit, Magnitude 7,6 – etwa 18.000 Tote
  • 20. Juni 1990: Erdbeben im Iran
    Bei der Stadt Rasht, Magnitude 7,7 – bis zu 50.000 Tote
  • 7. Dezember 1988: Erdbeben in Armenien
    Bei der Stadt Spinak, Magnitude 6,8 – 25.000 Tote
  • 26. April 1986: Atomkatastrophe von Tschernobyl
    Reaktorexplosion in der Ukraine – Anzahl der Toten umstritten, insgesamt mehrere Millionen Betroffene
  • 11. September 1985: Vulkanausbruch in Kolumbien
    Ausbruch des Nevado del Ruiz – etwa 23.000 Tote
  • 3. Dezember 1984: Chemieunfall von Bhopal / Indien
    Freisetzung giftiger Chemikalien – mindestens 3.800 Tote, mehrere Hunderttausend Verletzte
  • 16. September 1978: Erdbeben im Iran
    Bei der Stadt Tabas, Magnitude 7,8 – 25.000 Tote
  • 28. Juli 1976: Erdbeben in China
    Bei der Stadt Tangshan, Magnitude 7,5 – geschätzt bis zu 800.000 Tote
  • 4. Februar 1976: Erdbeben in Guatemala
    in Mittelamerika, Magnitude 7,5 – knapp 23.000 Tote
  • 8. August 1975: Staudammbruch in Henan / China
    Flutwelle nach Bruch des Banqiao-Staudamms – mindestens 26.000 Tote
  • 10. Mai 1974: Erdbeben in China
    In der Provinz Yunnan, Magnitude 7,1 – geschätzt bis zu 20.000 Tote
  • 12. November 1970: Zyklon „Bhola“ in Ostpakistan
    in Westbengalen und dem heutigen Bangladesch – mindestens 300.000 Tote
  • 31. Mai 1970: Erdbeben in Peru
    Bei der Stadt Chimbote, Magnitude 7,9 – 67.000 Tote
  • 5. Oktober 1948: Erdbeben in Turkmenistan
    Bei Aschchabad, Magnitude 7,2 – geschätzt bis zu 110.000 Tote
  • 26. Dezember 1939: Erdbeben in der Türkei
    Bei der Stadt Erzincan, Magnitude 8,0 – 32.000 Tote
  • 25. Januar 1939: Erdbeben in Chile
    Bei der Stadt Chillán, Magnitude 8,3 – 28.000 Tote
  • 30. Mai 1935: Erdbeben in Pakistan
    In Belutschistan, Magnitude 7,5 – 30.000 Tote
  • 1. Juli 1931: Flutkatastrophe in China
    Überschwemmungen am Huang He, genaues Datum unklar – bis zu vier Millionen Tote
  • 20. Mai 1927: Erdbeben in China
    Provinz Gansu, Magnitude 7,6 – 41.000 Tote
  • 1. September 1923: Erdbeben und Brandkatastrophe in Japan
    „Großes Kantō-Erdbeben“ löst Großbrand in Tokio aus, Magnitude 7,9 – 143.000 Tote
  • 16. Dezember 1920: Erdbeben in China
    „Gansu-Erdbeben“ im Kreis Haiyuan, Magnitude 7,8 – 200.000 Tote
  • 15. Januar 1915: Erdbeben in Italien
    Bei Avezzano in den Abbruzen, Magnitude 7,5 – 30.000 Tote
  • 28. Dezember 1908: Erdbeben in Italien
    In Messina, Magnitude 7,2 – bis zu 110.000 Tote
  • 4. April 1905: Erdbeben in Indien
    Westindien, Magnitude 8,6 – 20.000 Tote
  • 23. April 1902: Vulkanausbruch Martinique
    Ausbruch des Montagne Pelée auf der Karibikinsel – etwa 29.000 Tote

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