Die Corona-Krise hat auch in Kenia die ohnehin vorhandenen Probleme verschärft. Vor allem die arme Bevölkerung bekommt die Versorgungsengpässe zu spüren und ist schon jetzt auf Spenden angewiesen. Und die Heuschrecken-Plage tut ihr Übriges.

Aktuell: die Corona-Folgen

Die nackten Zahlen wirken zunächst einigermaßen erträglich: Rund 35.000 Corona-Fälle wurden (Mitte September 2020) in Kenia registriert. Und so ist es nicht das Virus selbst, sondern die (sicherlich notwendigen) Beschränkung des öffentlichen Lebens, die den Menschen zu schaffen macht. Gerade den ärmsten Einwohnern brechen nun alle Einnahmequellen weg – zum Beispiel aus Tourismus, Blumenanbau und lokaler Ökonomie. Aber anders als Deutschland besitzt der kenianische Staat nicht die finanziellen Mittel, um diese Ausfälle auszugleichen oder abzufedern. Gleichzeitig sind die Nahrungsmittelpreise stark angestiegen. Wer jetzt kein Einkommen hat und keine Spenden bekommt, dem drohen Armut und Hunger. Hier ist ein Spendenaufruf.

Heuschrecken über Kenia

Wie einige andere Länder Ostafrikas wird auch Kenia von einer beispiellosen Heuschreckenplage heimgesucht. Abermillionen von gefräßigen Tieren machen sich über die Felder her. Die Bekämpfung gestaltet sich extrem schwierig. Ironischerweise haben gerade die Wetterbedingungen zu diesem Problem beigetragen, über die sich kenianische Bauern im Normalfall freuen: Es hat in diesem Teil Afrikas außergewöhnlich viel geregnet. Aber leider profitieren nicht nur die Nutzpflanzen von dem Nass, sondern auch die eierlegenden Insekten, die sich sehr gut vermehren konnten.

Despotie und Dürre – eine schlimme Kombination

Neben den typischen Armutsfolgen und der akuten Coronakrise leidet die Bevölkerung in dem ostafrikanischen Land an Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und staatlicher Willkür. Korruption ist allgemein verbreitet, die Meinungsfreiheit in Kenia ist gesetzlich stark eingeschränkt.

Besonders die Menschen im Nordosten von Kenia sind potenziell von Dürren und Hunger bedroht. Nachdem bereits im Jahr 2006 eine Hungersnot bewältigt wurde, litten 2011 wiederum viele Menschen unter den Folgen einer Dürre. Im armen Nordosten befindet sich zusätzlich Dadaab, das weltgrößte Flüchtlingslager mit (groben Schätzungen zufolge) bis zu 400.000 Bewohnern. Dadaab, dem zwischenzeitlich die Schließung drohte, liegt etwa 100 Kilometer von der Grenze Somalias entfernt und verteilt sich auf fünf Standorte. Seit es 1992 gegründet wurde, nimmt es vor allem Menschen auf, die vor Hungersnot und Bürgerkrieg in ihrer Heimat Somalia flüchten mussten. Eine Minderheit der Flüchtlinge stammt aus Äthiopien.

Rückkehr derzeit (fast) ausgeschlossen

Man sollte Dadaab allerdings nicht mit syrischen Flüchtlingslagern oder Unterkünften an anderen Brennpunkten vergleichen. Das kenianische Lager gleicht eher einer provisorischen Stadt mit einer bescheidenen, aber vorhandenen Infrastruktur, zu der auch Schulen, Krankenhäuser und Geschäfte zählen. Auch westliche Hilfsorganisationen engagieren sich hier, allen voran das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (UNHCR) und die Organisation CARE.

Müssten die somalischen Flüchtlinge in ihre Geburtsheimat zurückkehren, müssten sie dort Nahrungsmangel und Übergriffe der verschiedenen Bürgerkriegsparteien fürchten. Die Lage in Somalia ist seit Jahrzehnten extrem instabil. Weite Landesteile sind unter der Kontrolle der Terrormiliz al-Shabaab und anderer radikal-islamischer Rebellengruppen. Landwirtschaft und große Teile der Ökonomie Somalias liegen daher darnieder.

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Faktoren der Unterentwicklung

Das Wirtschaftswachstum Kenias wird durch das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum relativiert. Daher hat sich die Lage der armen Einwohner nur teilweise verbessert. Unter dem Strich sind aber auch positive Tendenzen zu verzeichnen: Sowohl Lebenserwartung (rund 62 Jahre) als auch Analphabetenrate (13 Prozent) sind besser als das Niveau vieler afrikanischer Staaten, und auch die einst hohe Kindersterblichkeit ist deutlich unter 10 Prozent gesunken.

Fakten zum Land Kenia

Über 46 Millionen Menschen bewohnen das ostafrikanische Kenia. Die in Europa bekannte Volksgruppe der Massai stellt dabei eine Minderheit von nur 2,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ein großer Teil des Staatsgebiets (so auch die Hauptstadt Nairobi) liegt auf einem Hochland, auf dem es meist ausreichend regnet. Über die Hälfte der Kenianer lebt von der Landwirtschaft. Neben dem Tee- und Kaffeeanbau gewinnt die Blumenzucht für den internationalen Markt weiter an Bedeutung.

Die ehemalige britische Kolonie ist seit dem Jahr 1963 unabhängig. Als „Vater“ des Staates gilt Jomo Kenyatta, der erste und langjährige Ministerpräsident der Landes.

Unsere Bewertung – Spendenbedarf in Kenia: mittel bis hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen arbeiten schwerpunktmäßig in Kenia (Auswahl):

  • Projekt Schwarz-Weiß e.V.
  • KIDS Kenia
  • Uhuru e.V.
  • Maweni
  • Taita Hills Hilfe e.V.

Der gemeinnützige Verein „Projekt Schwarz-Weiß“ bemüht sich erfolgreich, die Lebenschancen von vernachlässigten oder verwaisten Kindern zu stärken. Der in Schwaben beheimatete Verein bietet eine Betreuung vom Kleinkindalter bis zur beruflichen Selbständigkeit. Ein Kinderdorf im Süden Kenias, Krankenhaus, Kindergarten, Schule, Farmprojekt, Schneiderei und Schreinerei decken die wichtigsten Lebenssphären heranwachsender junger Menschen ab. Organisatorische Einheit in Kenia ist die stiftungsähnliche „Nice View Trust Foundation“. Deutsche Spender können Kinder-, Schul- und Klinikpatenschaften übernehmen oder das Gesamtprojekt mit einer Patenschaft unterstützen. Auch Sachspenden nimmt der Verein gerne an.

Im Internet: www.kenia-hilfe.com

Bei fairhelfen.de sind alle kenianischen Nachbarländer aufgeführt: Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda und Südsudan.

Spenden für Kenia: gegen Corona und Heuschrecken