Spenden für Mosambik (Idai)

Das ostafrikanische Mosambik hat vielfältige Entwicklungsprobleme. Hinzu kommen Überschwemmungskatastrophen, die Menschenleben und Ernte bedrohen. Im März 2019 ist es leider wieder geschehen: Die Stürme „Idai“ und „Kenneth“ brachten verheerende Regengüsse und Überschwemmungen. Schätzungen rechnen mit 1000 Toten oder mehr.

Auch Monate nach der Katastrophe sind nach Einschätzung von UNICEF über 1,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Salziges Meerwasser hat einen großen Teil der Ernten vernichtet und Trinkwasserquellen verschmutzt. Über eine Viertelmillion Häuser sollen von den tropischen Wirbelstürmen zerstört worden sein.

Besonders schwere Sachschäden meldete Mosambik aus der Hafenstadt Beira. 90 Prozent der Halb-Millionen-Stadt sollen zerstört sein. Zeitweise breiteten sich Cholera und andere Durchfallerkrankungen aus – eine richtige Epidemie ist aber ausgeblieben. Auch die Nachbarländer Malawi und Simbabwe waren (und sind weiterhin) betroffen. Verschiedene Hilfsorganisationen wie UNICEF, DRK, Terre des Hommes oder Welthungerhilfe haben zu Spenden aufgerufen. Die deutsche Bundesregierung hat etwa 50 Millionen Euro für die Nothilfe zur Verfügung gestellt.

Nicht die erste Flut

Bereits Jahr 2000 kam es zu einem vernichtenden Hochwasser, das mehrere Tausend Todesopfer forderte. Der Auslöser waren auch seinerzeit extrem starke Regenfälle. Außerdem bemängeln Experten ein falsches Wassermanagement an den Sambesi-Stauseen (der Sambesi ist der größte Fluss des Landes). Daher können sich die Überschwemmungen auch in Zukunft wiederholen und schnelle Spenden-Hilfe erfordern.

Außerdem zählt Mosambik zu den afrikanischen Staaten mit der längsten kolonialen Vergangenheit: Bis 1975 stand das ostafrikanische Land unter portugiesischer Herrschaft. Seither machte das Land nur kleine Entwicklungsfortschritte. Die koloniale Hypothek ist noch immer deutlich spürbar.

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Heutige Probleme

Mit einer Aidsrate von über 10 Prozent der Erwachsenen ist die Immunschwächekrankheit in Mosambik so präsent wie in kaum einem anderen Land auf der Welt. Aids hat vielfältige Auswirkungen auf die Gesellschaft: Die Krankheit hinterlässt Hunderttausende Waisen, die dringend Hilfe brauchen. Außerdem senkt sie die durchschnittliche Lebenserwartung auf rund 50 Jahre. Aufgrund einer hohen Kinderzahl wächst die Gesamtbevölkerung dennoch rasch.

Dank einer Bildungsoffensive nimmt der Anteil der Analphabeten stetig ab, allerdings besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf. Während kaum mehr als jeder zweite Erwachsene lesen und schreiben kann, ist die Lage bei den Kindern deutlich besser. Frauen sind insgesamt schlechter gebildet als Männer.

Schlechte Gesundheitslage

Die Gesundheitsversorgung der Menschen ist ein vielschichtiges Problemfeld. Weniger als die Hälfte der Haushalte hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Säuglingssterblichkeit ist sehr hoch. Beim Entwicklungsindikator „Human Development Index“ nimmt das Land seit Jahren einen der hintersten Plätze ein. Immer wieder wird Mosambik auch von Cholera und anderen Epidemien heimgesucht. Da es unter anderem an Geld, medizinischer Ausrüstung und ausreichenden Hygienemaßnahmen fehlt, sterben viele Menschen an eigentlich heilbaren Erkrankungen.

Mosambik befindet sich in der tropischen und subtropischen Klimazone. Die hier lebenden Stechmücken verbreiten teilweise Gelbfieber und andere schwere Infektionskrankheiten, die ein Risiko für die Bevölkerung darstellen.

Kinderlachen aus Mosambik - © vagamundos.info / pixelio.de

Kinderlachen aus Mosambik – © vagamundos.info / Pixelio.de

Fakten zu Mosambik

Mosambik ist ein rund 800.000 Quadratkilometer großer Flächenstaat im Südosten des afrikanischen Kontinents. Er bietet rund 25 Millionen Menschen eine Heimat. Die Hauptstadt Maputo mit ihren umfangreichen Elendssiedlungen liegt ganz im Süden des Landes, nahe der Grenze zur Republik Südafrika. Wie in vielen Staaten Afrikas ist auch in Mosambik die Bevölkerung bunt gemischt. Über 40 Sprachen sind in dem Land gebräuchlich, fast jeder zweite Einwohner glaubt an eine sogenannte „Naturreligion“.

Die jüngste Geschichte: vom Bürgerkrieg zur Demokratie

Die Araber und später die Portugiesen sahen in Mosambik vor allem ein Reservoir an afrikanischen Sklaven – und das über Jahrhunderte hinweg. Ein ernsthafter Widerstand gegen diese Ausbeutung und Fremdbestimmung formierte sich erst 1962. In diesem Jahr gründete sich die marxistisch orientierte Freiheitsbewegung „Frelimo“. Deren bewaffneter Kampf trug entscheidend dazu bei, dass Portugal (in dem zeitgleich die Diktatur beendete wurde) seine Kolonie aufgab.

Wie in vielen ehemaligen Kolonien war der Start in die Unabhängigkeit Mosambiks mehr als holprig: Statt dem Land endlich Frieden zu bringen, begannen sich die Frelimo und die Widerstandgruppe Renamo gegenseitig zu bekämpfen. Die Renamo vertrat eine anti-kommunistische Ideologie und wurde von der weißen rhodesischen Regierung unterstützt. Auch Südafrika nahm erheblichen Einfluss auf sein nördliches Nachbarland. Dieser Bürgerkrieg sollte das Land bis Anfang der 1990er-Jahre in Atem halten und die wirtschaftliche Entwicklung behindern. Seither entwickelte sich Mosambik langsam zu einer Demokratie afrikanischer Prägung. Im August 2019 haben Regierung und oppositionelle Renamo ein Friedensabkommen unterzeichnet und hoffentlich einen Schlussstrich unter die jahrzehntelange Gewalt gezogen.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Mosambik: hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen arbeiten in Mosambik:

  • UNICEF
  • SOS Kinderdörfer
  • Gesellschaft zur Rettung der Delfine
  • Neven Subotic Stiftung
  • Welthungerhilfe

(Auswahl ohne Gewähr)

Bei fairhelfen.de sind außerdem die mosambikanischen Nachbarstaaten Simbabwe, Sambia, Malawi, Tansania und Südafrika aufgeführt.