Zwar sind die Menschen in Pakistan nicht ständig auf Spenden angewiesen, allerdings ist die Lage in dem asiatischen Land recht instabil. Wenn Pakistan von Naturkatastrophen heimgesucht wird, wie aktuell im Sommer und Herbst 2022, reichen die staatlichen Ressourcen keinesfalls aus, die Bewohner zu versorgen. Gemessen am kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt bewegt sich das Land heute etwa auf dem Niveau von Ghana, Nigeria und Bangladesch.

Spenden bei Katastrophen – aktuell: Flutkatastrophe

Heftige Monsunregenfälle lösten 2022 eine der größten Katastrophen der vergangenen Jahrzehnte aus – und zwar im weltweiten Maßstab. Wohl mehr als 30 Millionen Menschen sind von den Überschwemmungen betroffen und mussten ihre Häuser (wenigstens vorübergehend) verlassen und sind nun von Obdachlosigkeit bedroht. Dies entspricht etwa einem Siebtel der Gesamtbevölkerung Pakistans. Ein großer Teil der Ernten wurde vernichtet, der gesamtwirtschaftliche Schaden auf 30 Milliarden Dollar geschätzt. Damit entsprechen die Dimensionen etwa der pakistanischen Flutkatastrophe des Jahres 2010. Internationale Hilfsorganisationen sind in dem Land im Einsatz, darunter das Deutsche Rote Kreuz.

Bereits nach 2010 hatte der Wiederaufbau der zerstörten Regionen Jahre in Anspruch genommen und mehrere Milliarden Euro gekostet, die auch aus Spenden finanziert wurden. Am größten war der Hilfsbedarf im Norden des Landes: Hier waren nicht nur die Flutzerstörungen am größten, sondern die Grenzregion zu Afghanistan wird zudem durch bewaffnete Konflikte in Mitleidenschaft gezogen.

Eine ständige Bedrohung geht auch von Erdbeben aus: Pakistan liegt in einer tektonisch besonders aktiven Zone, die von drei schwer kalkulierbaren Erdplatten beeinflusst wird. Kleine bis mittelschwere Erdbeben gehören für die Menschen zum Alltag. Als die Erde allerdings am 8. Oktober 2005 bebte, starben im Kaschmir – einer gebirgigen Grenzregion zwischen Pakistan und Indien – rund 80.000 Menschen. Die genaue Zahl ist unbekannt, da dieser nördliche Teil Pakistans kaum erschlossen ist und statistische Erhebungen erschwert.

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Faktoren der Unterentwicklung

Die Auswirkungen der Überschwemmungskatastrophe haben die sonstigen Probleme der Landes weiter verschärft. Dazu gehören große soziale Ungleichheit, Armut auf dem Land und in den Großstadtslums, verbreitete Kinderarbeit, Benachteiligung von Frauen und eine hohe politische Instabilität mit immer wiederkehrenden Phasen der Militärdiktatur. Etwa seit 2008 wird das Land nach demokratischen Prinzipien regiert, dennoch gibt die Menschenrechtslage weiterhin Anlass zur Sorge. Im Jahr 2019 wurde der ehemalige Staatspräsident Pervez Musharraf wegen „Hochverrats“ zum Tode verurteilt – aus Sicht von Regimekritikern ein notwendiger Schritt.

Obwohl Pakistan in manchen Statistiken als sogenanntes „Schwellenland“ geführt wird, signalisieren einige Indikatoren eher die Werte klassischer „Entwicklungsländer“. Nur gut jeder zweite Pakistani kann Lesen und Schreiben. Bei den Frauen ist die Quote besonders schlecht. Die Kinder- und Säuglingssterblichkeit liegt höher als beim wahrlich gebeutelten Nachbarn Afghanistan. Trotzdem verharrt die jährliche Bevölkerungszunahme mit rund 2 Prozent auf vergleichsweise hohem Niveau.

Über das Land Pakistan

Pakistan ist ein asiatischer Staat, der zwischen Iran im Westen und Indien im Osten liegt. Nördlich grenzt das konfliktreiche Afghanistan an. Fast alle der über 210 Millionen Einwohner sind Muslime, der Islam ist offizielle Staatsreligion.

Erst 1947 erlangte Pakistan die staatliche Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien. Bis zum Jahr 1971 bildeten Ostpakistan und Westpakistan (das heutige Bangladesch) einen gemeinsamen Staat, obwohl sie durch die riesige Landmasse Indiens geografisch getrennt waren. Als Ergebnis einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Landesteilen erlangte schließlich Bangladesch seine Eigenständigkeit. Seit vielen Jahrzehnten ist insbesondere das Verhältnis zwischen Pakistan und seinem östlichen Nachbarn Indien sehr angespannt. Die beiden Atommächte stehen sich entlang der fast 3000 Kilometer langen Grenze unversöhnlich gegenüber. Besonders kritisch ist die Lage in der nördlichen Region Kaschmir mit ihrem umstrittenen Grenzverlauf.

Nicht weit von Kaschmir liegt auch die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Die größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist allerdings Karachi (Karatschi), ganz im Süden Pakistans. In der ausufernden, teilweise ländlich geprägten Metropole leben rund 15 Millionen Menschen.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Pakistan: aktuell hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen arbeiten schwerpunktmäßig in Pakistan:

  • Welthungerhilfe
  • SOS Kinderdörfer
  • Malteser
  • Ärzte ohne Grenzen

(Auswahl ohne Gewähr)

Bei fairhelfen.de sind außerdem die beiden pakistanischen Nachbarstaaten Afghanistan und Indien aufgeführt.

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