Spenden für Pakistan

Ursprünglich zählte Pakistan nicht zu den ärmsten Ländern der Welt und war nur begrenzt auf Spenden angewiesen – bis sich die Lage im Jahr 2010 dramatisch wandelte. Gemessen am kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt bewegt sich das Land heute etwa auf dem Niveau von Sudan, Ghana und Bangladesch.

Heftige Monsunregenfälle lösten 2010 eine der größten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte aus. Zwar starben weniger als 2000 Menschen unmittelbar in den Fluten, allerdings waren wohl mehr als 20 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen (nach vorsichtigeren Schätzungen 14 Millionen). Die meisten von ihnen wurden obdachlos. Dies entspricht etwa einem Achtel der damaligen Gesamtbevölkerung Pakistans.

Pakistan-Karte:

Der Wiederaufbau der zerstörten Regionen hat Jahre in Anspruch genommen und mehrere Milliarden Euro gekostet, die auch aus Spenden finanziert wurden. Am größten war der Hilfsbedarf im Norden des Landes: Hier waren nicht nur die Flutzerstörungen am größten, sondern die Grenzregion zu Afghanistan wird zudem durch bewaffnete Konflikte in Mitleidenschaft gezogen.

Die Auswirkungen der Überschwemmungskatastrophe haben die sonstigen Probleme der Landes weiter verschärft. Dazu gehören große soziale Ungleichheit, Armut auf dem Land und in den Großstadtslums, verbreitete Kinderarbeit, Benachteiligung von Frauen und eine hohe politische Instabilität mit immer wiederkehrenden Phasen der Militärdiktatur. Etwa seit 2008 wird das Land nach demokratischen Prinzipien regiert, dennoch gibt die Menschenrechtslage weiterhin Anlass zur Sorge.

Über das Land Pakistan

Pakistan ist ein asiatischer Staat, der zwischen Iran im Westen und Indien im Osten liegt. Nördlich grenzt das konfliktreiche Afghanistan an. Fast alle der über 180 Millionen Einwohner sind Muslime, der Islam ist offizielle Staatsreligion.

Bis zum Jahr 1971 bildeten Ostpakistan und Westpakistan (das heutige Bangladesch) einen gemeinsamen Staat, obwohl sie durch die riesige Landmasse Indiens geografisch getrennt waren. Als Ergebnis einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Landesteilen erlangte schließlich Bangladesch seine Unabhängigkeit. Seit vielen Jahrzehnten ist insbesondere das Verhältnis zwischen Pakistan und seinem östlichen Nachbarn Indien sehr angespannt. Die beiden Atommächte stehen sich entlang der fast 3000 Kilometer langen Grenze unversöhnlich gegenüber. Besonders kritisch ist die Lage in der nördlichen Region Kaschmir mit ihrem umstrittenen Grenzverlauf.

Nicht weit von Kaschmir liegt auch die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Die größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist allerdings Karachi (Karatschi), ganz im Süden Pakistans. In der ausufernden, teilweise ländlich geprägten Metropole leben rund 15 Millionen Menschen.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Pakistan: mittel

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen arbeiten schwerpunktmäßig in Pakistan:

  • SOS Kinderdörfer
  • Johanniter
  • Welthungerhilfe

(Auswahl ohne Gewähr)

Bei fairhelfen.de sind außerdem die beiden pakistanischen Nachbarstaaten Afghanistan und Indien aufgeführt.

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