Spenden für Simbabwe

Eine desaströse Wirtschaftslage und eine der weltweit höchsten Aids-Raten belasten die Menschen in Simbabwe.

Nach manchen Angaben beträgt die Arbeitslosigkeit in Simbabwe etwa 80 Prozent. Die Einwohner müssen im Durchschnitt mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen – zum Sterben zu viel, zum Leben eigentlich zu wenig.

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Die Statistiken zu dem afrikanischen Land beinhalten allerdings einen sehr großen Unsicherheitsfaktor. Viele Quellen widersprechen einander. Während beispielsweise das renommierte CIA World Factbook ein Bevölkerungswachstum von über zwei Prozent beschreibt, sehen andere Quellen eine stagnierende Bevölkerungsentwicklung. Ein Grund für diese Differenzen ist die zweifellos hohe, aber doch ungewisse HIV-Infektionsrate in der Bevölkerung. Die Schätzungen schwanken zwischen 15 und 30 Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Simbabwe beträgt zwischen 50 und 60 Jahren.

Kolonialgeschichte: Rhodesiens Unabhängigkeit

Eigentlich war die Ausgangslage gar nicht so katastrophal. Als das Land im südlichen Afrika noch Südrhodesien hieß und unter der Herrschaft der britischen Krone stand, galt es als eines der „reicheren“ Staaten des Kontinents. Zugegeben: Der Landbesitz und die anderen Reichtümer waren in den Händen der weißen Minderheit konzentriert, die nur fünf Prozent der Bevölkerung stellte. Aber immerhin waren einige Ressourcen vorhanden, wie eine ertragreiche Landwirtschaft oder der Bergbau nach Gold und anderen wertvollen Metallen. Und Simbabwe liegt nicht in den Trockengebieten Afrikas, sondern freut sich meist über ausreichend Niederschlag (gelegentlich sogar zu viel).

Als Rhodesien 1980 seine Unabhängigkeit feierte und fortan Simbabwe hieß, war also Anlass zur Zuversicht. Und in den ersten Jahren schien der Optimismus durchaus gerechtfertigt. Der neue Premierminister Robert Mugabe betrieb offenbar eine umsichtige Politik, investierte in das Gesundheits- und Bildungssystem und erzielte spürbare Erfolge im Kampf gegen Armut und Hunger. Aber was geschah dann?

Seit den 1990er-Jahren ging es bergab

Für den ersten Knick in der scheinbaren Erfolgsgeschichte waren die internationalen Kapitalgeber (wie die Weltbank) deutlich mitverantwortlich. Sie forderten von Mugabe, Simbabwe solle sich dem Kapitalismus öffnen, solle für den Markt produzieren und weniger Subventionen zahlen. Die Folge war, dass es nun vielen Einwohnern wieder schlechter ging als zuvor, und dass die politische Opposition von diesem Niedergang profitierte.

In einer westlichen Demokratie hätte es nun einen Regierungswechsel gegeben. Aber Simbabwe war keine Demokratie und Mugabe kein Demokrat. Daher ließ der Staatchef, mittlerweile im Rang eines Staatspräsidenten, die Opposition einschüchtern und umbringen und Wahlergebnisse fälschen.

Statt einer geordneten, eigentlich überfälligen Landreform wurden zu Beginn des neuen Jahrtausends viele weiße Farmer von ihren Ländereien vertrieben. Der Grundbesitz landete meist nicht bei fachkundigen Bauern, sondern bei regierungstreuen Politikern. Zeitgleich führte eine offensichtlich verfehlte Wirtschaftspolitik zu einem weiteren ökonomischen Niedergang. Eine grassierende Aids-Epidemie sowie wirtschaftliche und politische Sanktionen des Auslandes engten die Handlungsspielräume weiter ein.

Lichtblicke?

In den vergangenen Jahren ging es mit der Wirtschaft in kleinen Schritten voran. Auch die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen, die bereits auf etwa 45 Jahre abgesackt war, stieg wieder über 50 Jahre. Und 2017 gelang es endlich, den greisen Diktator Mugabe des Präsidentenamtes zu entheben. Nachdem Mugabe im Jahr 2008 allen ausländischen Hilfsorganisationen die Arbeit verboten hatte, sind Spenden und Helfer heute wieder willkommen. Sie kümmern sich beispielsweise um die schätzungsweise 1,6 Millionen Aids-Waisen, um Straßenkinder, Slumbewohner und die verarmte Landbevölkerung. In der Länderliste mit dem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandprodukt pro Kopf liegt Simbabwe etwa auf Platz 165 von 192 Staaten (mit aufsteigender Tendenz).

Der einzige Entwicklungssektor, der auch (und gerade) in der Mugabe-Diktatur sehr gut dastand, ist die Bildung. Eine Analphabetenrate von deutlich unter 10 Prozent ist nicht nur für afrikanische Verhältnisse vorbildlich. Simbabwe investierte ein Viertel der Staatsausgaben in das Bildungssystem. Das ist wohl der größte Hoffnungsposten für die Zukunft.

Weitere Fakten über Simbabwe

Der Binnenstaat Simbabwe grenzt an die Nachbarländer Sambia, Mosambik, Südafrika und Botswana. Etwa 16 Millionen Einwohner leben in diesem meist bergigen, eher dünn besiedelten Land, das etwas größer als Deutschland ist. Die Hauptstadt heißt Harare und zählt rund 1,5 Millionen Einwohner. In der ehemaligen britischen Kolonie Südrhodesien sind heute höchstens noch 20.000 Weiße zu Hause. Viele weiße Farmer waren unter der Regierung Mugabe enteignet worden – wobei das konfiszierte Land oft nicht an die Bedürftigen, die armen Kleinbauern, verteilt wurde.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in Simbabwe: hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen engagieren sich schwerpunktmäßig in Simbabwe:

  • Kindernothilfe
  • Wuwis e.V.
  • Oxfam Deutschland
  • Jesuitenmission

(Auswahl ohne Gewähr)

Der Spendenratgeber befasst sich auch mit den Nachbarstaaten Sambia, Südafrika und Mosambik.