Das ostafrikanische Somalia offenbart eine breite Palette drastischer – ökonomischer wie sozialer – Probleme. Aktuell (im Frühjahr 2022) leiden die Menschen in Somalia zum wiederholten Mal unter einer schweren Hungersnot. Die Ursachen sind zum einen die anhaltende Dürre, zum anderen die Getreidepreise, die angesichts des Ukraine-Krieges extrem angestiegen sind. Viele Menschen sind leider zu arm, um sich Nahrung zu handelsüblichen Preisen kaufen zu können.

Spenden gegen Hungersnöte

Somalia wie das gesamte „Horn von Afrika“ kommt immer wieder in die Schlagzeilen durch Naturkatastrophen. Denn die Natur macht es den Menschen oft schwer: Nach den Hungersnöten 2011 und 2017 litt das Land Ende 2019 an den Folgen von Überschwemmungen – die Regenzeit fiel heftiger aus als gewöhnlich. Und nun ist der überlebenswichtige Regen erneut ausgeblieben: drei Regenzeiten in Folge sind ausgefallen.

Die bislang letzte große Krise, die die Spendenbereitschaft herausforderte, datiert auf das Jahr 2017. Hervorgerufen wurde das Desaster durch eine unheilvolle Mischung aus Dürre und Kriegswirren. Nach UN-Angaben waren seinerzeit rund drei Millionen Somalier auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Fast eine Million Kinder litten unter Mangelernährung. Ein ähnliches Szenario ist auch diesmal zu befürchten: Hunderttausende haben bereits ihre Dörfer verlassen, bis zu vier Millionen Einwohner sollen jetzt betroffen sein.

Kriegsgebiet Somalia

Die einfache Bevölkerung Somalias wird beinahe ständig von Armut, Unterernährung und Bürgerkrieg bedroht. Seit 1991 stehen sich in Somalia verschiedene bewaffnete Konfliktparteien (Clans, ausländische Einheiten) gegenüber. Ein Zentrum der Auseinandersetzungen ist die Hauptstadt Mogadischu. Die berüchtigte Terrormiliz Al-Shabaab zündete 2019 in Mogadishu eine Autobombe, die mehr als 80 Menschen tötete. Kleinere Anschläge, die es nicht immer in die europäischen Medien schaffen, gehören beinahe zur Tagesordnung. In der Folge der jahrzehntelangen Konflikte sind mehrere Hunderttausend Menschen umgekommen, wobei genaue Schätzungen fast unmöglich sind. Bereits vor der Dürre 2011, als in Somalia eine Viertelmillion Menschen starben, befanden sich rund eine Million Einwohner auf der Flucht.

Mogadischu zählt zu den gefährlichsten Städten der Welt – aber auch in den anderen Landesteilen ist ein Menschenleben nicht viel wert. Angesichts von Kindersoldaten, willkürlichen Hinrichtungen und alltäglicher Waffengewalt ist es kaum verwunderlich, dass manche Bauern ihre Äcker unbestellt lassen und viele Kinder die Schule versäumen.

Wie kann man in Somalia helfen?

In Somalia arbeiten auch die internationalen Helfer unter extrem schwierigen und gefährlichen Bedingungen. Im Jahr 2013 musste beispielsweise „Ärzte ohne Grenzen“ sein Engagement in Somalia aufgeben.

Helfen Spenden in der Kriegsregion Somalia wirklich? Erreicht das Geld die Bedürftigen (oder versickert es in den Händen der Kriegsparteien)? Es ist zu hoffen, bedarf aber besonders intensiver Anstrengungen bei der Verteilung von Hilfsgütern.

Somalia-Karte:

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Faktoren der Unterentwicklung

Auch die Gesundheitslage der schnell wachsenden Bevölkerung ist äußerst schlecht. Selbst außerhalb von akuten Dürreperioden sind viele Einwohner unterernährt. Mangels medizinischer Betreuung sterben rund neun Prozent der Säuglinge vor ihrem ersten Geburtstag – und 1,2 Prozent der Mütter direkt bei der Geburt.

Nicht besser ist es um das Bildungswesen bestellt: Vermutlich nur zehn Prozent der Kinder besuchen eine Schule, die meisten von ihnen private Schulen oder islamische Koranschulen. Verlässliche Zahlen über die voraussichtlich extrem hohe Analphabetenrate lassen sich nicht ermitteln.

Brückenbau zwischen Somalia und Äthiopien - © Harald Schottner / pixelio.de
Brückenbau zwischen Somalia und Äthiopien – © Harald Schottner / Pixelio.de

Historische Ursachen

Während andere Regionen Afrikas als „Wiege der Menschheit“ gelten, machte der Homo Sapiens offenbar lange einen Bogen um das großenteils karge Somalia. Die ersten Siedler, die Archäologen aufspürten, datieren etwa auf 6000 v.Chr. Als erste ausländischen Mächte interessierten sich Araber und Perser für die Küstengebiete. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte dasselbe Schicksal, das auch andere afrikanische Staaten ereilte: Zwei Kolonialmächte (Italien und Großbritannien) teilten das Land mit willkürlicher Grenzziehung untereinander auf und machten es zu Kolonien.

Der junge Staat stand unter keinem guten Stern. Einerseits kam es fortgesetzt zu außenpolitischen Konflikten, da Somalia Gebietsforderungen gegen die Nachbarstaaten verfolgte. In den 1970er-Jahren führte das somalische Militär einen erfolglosen Krieg gegen Äthiopien, in dem es um die äthiopische Provinz Ogaden ging. Andererseits zerfiel Somalia schon damals in die Herrschaftsbereiche vieler regionaler Clans und Warlords. Diese innere Zerrissenheit hält bis heute an, die Zentralregierung ist weitgehend machtlos.

Das Land Somalia – Spenden dringend benötigt

Es gibt Staaten auf dieser Erde, die in Westeuropa seltsam und unergründlich anmuten. Und es gibt Länder, die selbst hartgesottene Statistiker, die in Zahlen nach vermeintlicher Wahrheit suchen, fast gänzlich aufgegeben haben. Bevölkerungszahl Somalias? Irgendwo zwischen 8 und 14 Millionen. Analphabetenrate? Unklar, aber sehr hoch. Lebenserwartung? Auch unklar, aber wohl niedrig. Hungernde, hoffnungslose, Menschen? Vermutlich viele. Man weiß wirklich nicht Genaues viel über Somalia.

Ein Blick auf die Karte zeigt, warum Somalia am „Horn von Afrika“ liegt: Wie ein Horn ragt das Staatsgebiet in den Golf von Aden und den Indischen Ozean. Hier fanden jahrelang die somalischen Piraten ihr Operationsgebiet und brachten den internationalen Schiffsverkehr auf. Die Einwohnerzahl des zerrütteten Landes lässt sich allenfalls grob schätzen. Experten gehen von rund zwölf Millionen aus – plus oder minus zwei Millionen.

Unsere Bewertung – Spendenbedarf in Somalia: hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen haben einen Arbeitsschwerpunkt in Somalia:

  • Safe the Children
  • SOS Kinderdörfer
  • Kindernothilfe
  • Förderverein Helft Somalia

(Auswahl ohne Gewähr)

Bei Fairhelfen.de sind auch die somalischen Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia aufgeführt.

Spenden für Somalia