Spenden für Somalia

Das ostafrikanische Somalia offenbart eine breite Palette drastischer – ökonomischer wie sozialer – Probleme. Auch die Natur macht es den Menschen oft schwer: Nach den Hungersnöten 2011 und 2017 leidet das Land Ende 2019 an den Folgen von Überschwemmungen. Die Regenzeit fiel heftiger aus als gewöhnlich.

Es gibt Staaten auf dieser Erde, die in Westeuropa seltsam und unergründlich anmuten. Und es gibt Länder, die selbst hartgesottene Statistiker, die in Zahlen nach vermeintlicher Wahrheit suchen, fast gänzlich aufgegeben haben. Zu letzteren zählt Somalia. Bevölkerungszahl? Irgendwo zwischen 7 und 13 Millionen. Analphabetenrate? Unklar, aber sehr hoch. Lebenserwartung? Auch unklar, aber wohl niedrig. Hungernde, hoffnungslose, Menschen? Vermutlich viele. Man weiß wirklich nicht viel über Somalia, dieses Land am „Horn von Afrika“.

Hungersnöte

In die Schlagzeilen kommt Somalia entweder durch Kriegshandlungen oder Hungersnöte. Die bislang letzte große Krise datiert auf das Jahr 2017 – hervorgerufen durch eine unheilvolle Mischung aus Dürre und Kriegswirren. Nach UN-Angaben waren rund drei Millionen Somalier auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Fast eine Million Kinder litten unter Mangelernährung. Neben Somalia war 2017 die Situation auch in anderen afrikanischen Ländern sehr ernst, hat sich aber mittlerweile entspannt.

Kriegsgebiet Somalia

Die einfache Bevölkerung Somalias wird beinahe ständig von Armut, Unterernährung und Bürgerkrieg bedroht. Seit 1991 stehen sich in Somalia verschiedene bewaffnete Konfliktparteien (Clans, ausländische Einheiten) gegenüber. Ein Zentrum der Auseinandersetzungen ist die Hauptstadt Mogadischu. In der Folge sind mehrere Hunderttausend Menschen umgekommen, wobei genaue Schätzungen fast unmöglich sind. Bereits vor der Dürre 2011 befanden sich rund eine Million Einwohner auf der Flucht.

Mogadischu zählt zu den gefährlichsten Städten der Welt – aber auch in den anderen Landesteilen ist ein Menschenleben nicht viel wert. Vor der Küste im Indischen Ozean lauern sogar moderne Piraten auf Beute. Angesichts von Kindersoldaten, willkürlichen Hinrichtungen und alltäglicher Waffengewalt ist es kaum verwunderlich, dass Bauern ihre Äcker unbestellt lassen und Kinder die Schule versäumen.

In Somalia arbeiten auch die internationalen Helfer unter extrem schwierigen und gefährlichen Bedingungen. Im Jahr 2013 musste beispielsweise „Ärzte ohne Grenzen“ sein Engagement in Somalia aufgeben.

Somalia-Karte:

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Faktoren der Unterentwicklung

Auch die Gesundheitslage der schnell wachsenden Bevölkerung ist äußerst schlecht. Selbst außerhalb von akuten Dürreperioden sind viele Einwohner unterernährt. Mangels medizinischer Betreuung sterben rund neun Prozent der Säuglinge vor ihrem ersten Geburtstag – und 1,2 Prozent der Mütter direkt bei der Geburt.

Nicht besser ist es um das Bildungswesen bestellt: Vermutlich nur zehn Prozent der Kinder besuchen eine Schule, die meisten von ihnen private Schulen oder islamische Koranschulen. Verlässliche Zahlen über die voraussichtlich extrem hohe Analphabetenrate lassen sich nicht ermitteln.

Brückenbau zwischen Somalia und Äthiopien - © Harald Schottner / pixelio.de

Brückenbau zwischen Somalia und Äthiopien – © Harald Schottner / Pixelio.de

Historische Ursachen

Während andere Regionen Afrikas als „Wiege der Menschheit“ gelten, machte der Homo Sapiens offenbar lange einen Bogen um das großenteils karge Somalia. Die ersten Siedler, die Archäologen aufspürten, datieren etwa auf 6000 v.Chr. Als erste ausländischen Mächte interessierten sich Araber und Perser für die Küstengebiete. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte dasselbe Schicksal, das auch andere afrikanische Staaten ereilte: Zwei Kolonialmächte (Italien und Großbritannien) teilten das Land mit willkürlicher Grenzziehung untereinander auf und machten es zu Kolonien.

Der junge Staat stand unter keinem guten Stern. Einerseits kam es fortgesetzt zu außenpolitischen Konflikten, da Somalia Gebietsforderungen gegen die Nachbarstaaten verfolgte. In den 1970er-Jahren führte das somalische Militär einen erfolglosen Krieg gegen Äthiopien, in dem es um die äthiopische Provinz Ogaden ging. Andererseits zerfiel Somalia schon damals in die Herrschaftsbereiche vieler regionaler Clans und Warlords. Diese innere Zerrissenheit hält bis heute an, die Zentralregierung ist weitgehend machtlos.

Das Land Somalia – Spenden dringend benötigt

Ein Blick auf die Karte zeigt, warum Somalia am „Horn von Afrika“ liegt: Wie ein Horn ragt das Staatsgebiet in den Golf von Aden und den Indischen Ozean. Hier finden die somalischen Piraten ihr Operationsgebiet. Die Einwohnerzahl des zerrütteten Landes lässt sich allenfalls grob schätzen. Experten gehen von rund zwölf Millionen aus – plus oder minus zwei Millionen.

Unsere Bewertung – Spendenbedarf in Somalia: hoch

Wo spenden?

Folgende Spendenorganisationen haben einen Arbeitsschwerpunkt in Somalia:

  • Safe the Children
  • SOS Kinderdörfer
  • Kindernothilfe
  • Förderverein Helft Somalia

(Auswahl ohne Gewähr)

Bei Fairhelfen.de sind auch die somalischen Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia aufgeführt.