11. September 2020

In der Corona-Krise brauchen arme Länder in Afrika und weltweit unsere Solidarität und unsere Spenden. Denn nur eine Minderheit der Weltbevölkerung hat das Glück, von einem hervorragenden Gesundheitssystem zu profitieren wie wir in Deutschland. Im Iran zieht das tödliche Corona-Virus schon viele Monate seine Kreise, in Südamerika (Brasilien und Peru) ist die Lage weiterhin brisant und in Afrika steht das Schlimmste womöglich noch bevor.

Informationen und Spendenaufruf von Aktion Deutschland Hilft

Höchstes Risiko in Kriegsgebieten, Slums und Flüchtlingslagern

Besonders gefährdet sind Kriegsregionen wie Afghanistan und Jemen, da hier die Infektionsbekämpfung vor kaum überwindbaren Hindernissen steht. Im Jemen wurden über 500 Corona-Todesfälle gezählt – was bedeutet, dass auch hier die Corona-Welle wütet. Generell schlechte Karten haben arme und dicht besiedelte Länder: In den Slums von Bangladesch und Indien ist es nicht möglich „auf Distanz“ zu gehen. Aus Indien häufen sich die Berichte, dass vielen Slumbewohnern schlicht und ergreifend die Nahrungsmittel ausgehen. Armut und Hunger werden zu einer zweiten Bedrohungsfront neben der Erkrankungswelle. Steigende Nahrungspreise machen selbst Grundnahrungsmittel fast unerschwinglich.

Überall, wo viele Menschen gezwungenermaßen auf engstem Raum leben müssen, kann sich die Lungenkrankheit Covid-19 ungehindert ausbreiten. Auf der Insel Lesbos, im griechischen Flüchtlingslager Moria, ist die Lage außer Kontrolle geraten. Nach einigen Coronafällen sind hier zahlreiche Brände ausgebrochen. Das Lager ist verwüstet und eine vollständige Evakuierung dringend notwendig.

Während in armen Weltregionen Spenden und humanitäres Engagement Einiges bewirken könnten, müssen die Flüchtlingslager (nicht nur in Griechenland) möglichst aufgelöst werden, um den Menschen überhaupt eine faire Chance zu geben. Entsprechende Appelle verhallen seit langem ungehört.

Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf

Neben Aktion Deutschland hilft (siehe oben), haben zahlreiche deutsche und internationale Organisationen zu Spenden gegen Corona aufgerufen – zum Beispiel die Welthungerhilfe, Caritas, Misereor, Medico International oder das Kinderhilfswerk Unicef.

Viele Milliarden werden benötigt

Auch die internationale Staatengemeinschaft will die Länder in Afrika und anderen armen Weltregionen unterstützen. Die Weltbank will immerhin 160 Milliarden US-Dollar bereitstellen. Außerdem ist ein Schuldenerlass für einige Staaten vorgesehen. Deutschland will 450 Millionen Euro für eine humanitäre Hilfe ausgeben. Laut den Vereinten Nationen werden für akute Hilfseinsätze rund 6,7 Milliarden US-Dollar benötigt. Schätzungsweise 250 Millionen Menschen sind weltweit auf eine Nahrungsmittelhilfe angewiesen – doppelt so viele wie vor Ausbruch der Pandemie. (Stand August 2020)

Auch die Europäische Union will 15,6 Milliarden Euro für die „Entwicklungsländer“ zur Verfügung stellen. Rund 12 Milliarden dieser Summe sollen die ökonomischen und sozialen Härten in den betroffenen Ländern bekämpfen, während drei Milliarden für Nothilfe, Gesundheitsprojekte und Ähnliches gedacht sind. Das klingt großzügig – allerdings handelt es sich offenbar nicht um zusätzliche Hilfen, sondern nur um eine Verschiebung von Haushaltsmitteln aus dem vorhandenen Entwicklungshilfe-Topf.

Es ist abzusehen, dass selbst der große Summe der Weltbank nicht ausreichen wird. Die äthiopische Regierung bezifferte allein den afrikanischen Finanzbedarf auf 150 Milliarden US-Dollar. Auch UN-Generalsekretär António Guterres hatte gemahnt, man dürfe die ärmsten Länder der Welt nicht im Stich lassen. Außerdem forderte Guterres einen weltweiten Waffenstillstand, um die Corona-Krise besser bewältigen zu können.

coronavirus
Grafische Darstellung von SARS-CoV-2

Wofür werden Spenden gebraucht?

Eine Corona-Nothilfe zielt in erster Linie darauf ab, Leben zu retten. Es geht also darum, die nationalen Gesundheitssysteme akut und effizient zu stärken. Sinnvolle Maßnahmen sind unter anderem:

  • Bereitstellung von medizinischem Gerät
  • Bereitstellung von Hygieneartikeln – von der Seife für die Bevölkerung bis zu Atemmasken und Schutzausrüstungen für medizinisches Personal
  • Bereitstellung von Beatmungsgeräten und Sauerstoffflaschen (im Rahmen des finanziell Möglichen)
  • Aufklärung der Bevölkerung zu Hygieneregeln
  • Schulung des medizinischen Personals
  • Verbesserung von Logistik und Infrastruktur, um auch entlegene Regionen zu erreichen

Schwierige Bedingungen in Afrika und Indien

In vielen Staaten Afrikas, Südasiens und Lateinamerikas reichen die Krankenhaus-Kapazitäten nicht einmal aus, um die alltäglichen medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken. Es fehlt hier an Personal, Material und teilweise auch an medizinischem Know-how. Diese Gesundheitssysteme können eine massenhafte Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 auf keinen Fall tragen. Besonders prekär ist die Gesundheitsversorgung in Kriegsgebieten, beispielsweise in Jemen, Syrien oder Südsudan.

Hinzu kommt, dass Hunger, verunreinigtes Trinkwasser, Mangelernährung und hygienische Probleme weit verbreitet sind. Dies könnte zu einer besonders hohen Todesrate führen – noch über den dramatischen Werten Italiens oder Spaniens. Da das Coronavirus relativ unempfindlich gegen warme Temperaturen zu sein scheint, ist leider selbst in tropischen Ländern mit dem Schlimmsten zu rechnen.

Virus-Verbreitung in Afrika: Wie viele Menschen sich in Afrika bereits mit dem Coronavirus infiziert haben, lässt sich kaum schätzen. Mittlerweise wurde das todbringende Virus in allen afrikanischen Staaten nachgewiesen, vor allem in Südafrika, Ägypten, Nigeria, Algerien und Marokko. Über 30.000 Todesopfer wurden gezählt. Zwar stehen durchaus einige Testlabore zur Verfügung, allerdings weisen die Altersstrukturen vieler Staaten zahlreiche junge Menschen auf. Junge Leute zeigen erfreulicherweise meist milde Symptome, können das Virus aber unbemerkt weitergeben. Daher ist in Afrika, Südasien und Lateinamerika eine erhebliche Dunkelziffer an Infektionen zu befürchten. Das gilt besonders für Ägypten mit seinen sehr dicht besiedelten Ballungsräumen.

Diese Hilfsorganisationen suchen Spenden gegen Corona

Obwohl wir in Deutschland ebenfalls unter der Corona-Krise leiden, stellt das Virus für arme Menschen in südlichen Ländern eine weitaus massivere Bedrohung da. Einige internationale Hilfsorganisationen (siehe oben) sind bereits in stark gefährdeten Ländern im Einsatz oder bereiten sich darauf vor, Leben zu retten.

Hierzulande hat unter anderem das große Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ zu Spenden aufgerufen. Viele der 23 Bündnispartner haben bereits ihren weltweiten Kampf gegen die Corona-Krise aufgenommen, zum Beispiel Malteser International, Johanniter, CARE, HelpAge, World Vision und ASB. Möchten Sie diese wichtige Arbeit unterstützen? Dann finden Sie hier aktuelle Informationen der Bündnispartner und ein Spendenformular.

Spenden Corona für Afrika, Asien und Lateinamerika