Spenden-Zusagen für Jemen: zwei Milliarden Dollar

4.4.2018 – Der vom Krieg gebeutelte Jemen erhält weitere Spenden in Höhe von rund zwei Milliarden US-Dollar. Dies hat eine Geberkonferenz der Vereinten Nationen (UN) beschlossen. Das Pikante daran: Die beiden Staaten mit der höchsten Spendensumme zählen zugleich zu den größten Kriegstreibern im Jemen.

Insgesamt 40 Staaten und Organisationen sagten auf der Konferenz in Genf eine finanzielle Unterstützung zu. Dazu zählen auch die USA, die Europäische und Union sowie Deutschland. Auf 40,7 Millionen Dollar soll sich der deutsche Beitrag belaufen. Wichtigste Geber werden allerdings Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate mit einer „Spende“ von jeweils einer halben Milliarde Dollar sein.

Arabische Nachbarn mischen im Krieg mit

Sowohl Saudi-Arabien als auch die Emirate haben in den jahrelangen Auseinandersetzungen im Süden der Arabischen Halbinsel eine unrühmliche Rolle: einerseits griffen sie auf Seiten des gestürzten Staatspräsidenten in den Konflikt ein, andererseits behinderten und behindern sie sogar Hilfslieferungen mittels einer Seeblockade. Die nun zugesagten Finanzhilfen stehen nach Ansicht mancher Kommentatoren in einem eigentümlichen Kontrast zur politischen Rolle dieser Staaten. Mit einem veränderten Auftreten im Jemen wäre der notleidenden Bevölkerung womöglich mehr gedient als mit einer einmaligen Spende.

Im Jemen mangelt es über acht Millionen Menschen an Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Über 10.000 Einwohner sind während des Krieges gestorben, und noch immer grassiert die Cholera im Land. Nach Schätzungen der UN wird allein 2018 eine zusätzliche Milliarde US-Dollar benötigt, um die gröbsten Versorgungsmängel auszugleichen.

Informationen über den Jemen
Enttäuschende Geberkonferenz des Jahres 2017

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