Spendenfall Vulkanausbruch – wie groß ist die Gefahr wirklich?

Mehr als 50 Vulkane brechen jedes Jahr auf der Welt aus. Urgewalten aus dem Inneren der Erde schleudern Aschewolken in die Atmosphäre und lassen Lavaströme über Felder und Dörfer walzen. In der Umgebung der Vulkane drohen Tod und Zerstörung – und die betroffenen Menschen brauchen schnelle Spendenhilfe. Aber wie wahrscheinlich sind die Katastrophen-Szenarien wirklich?

Zur Einleitung eine kurze Dokumentation von National Geographic über die Entstehung von Vulkanausbrüchen (in englischer Sprache):

Historische Vulkanausbrüche

Seit sich die äußere Erdkruste verfestigt hat, zählen Vulkanausbrüche sozusagen zum Alltag unseres Planeten. Und seitdem der Homo Sapiens damit begann, geologisch instabile Zonen zu besiedeln, ist dies auch ein Menschheitsproblem. Solche instabilen Regionen befinden sich in den so genannten Hotspots sowie entlang der Nahtstellen der Erdplatten, an denen sich die Platten gegeneinander bewegen. Die häufigste und gefährlichste Folge der „Plattentektonik“ sind Erdbeben. In vielen dieser potenziellen Erdbebenregionen – aber längst nicht in allen – befinden sich auch Vulkane.

Plattentektonik der Erde und Hotspots - Quelle: gemeinfrei

Plattentektonik der Erde und Hotspots – Quelle: gemeinfrei

Einige wichtige Vulkanausbrüche in historischer Zeit:

  • 24.08.79 n.Chr.: Der wohl bekannteste Vulkanausbruch aller Zeiten begrub die italienischen Orte Pompeji und Herculaneum unter der Asche. Fast zwei Jahrtausende später gruben die Archäologen rund um den Vesuv die bemerkenswert gut erhaltenen Überreste aus.
  • 10.04.1815: Der Ausbruch des Tambora war einer der größten von Geologen nachgewiesenen Eruptionen. Mehrere Zehntausend Menschen starben allein in Indonesien durch die direkten und indirekten Auswirkungen. Die aufgeschleuderte Vulkanasche veränderte das Klima weltweit und bescherte Europa das „Jahr ohne Sommer“.
  • 27.08.1883: Ebenfalls legendär ist der Ausbruch des Krakatau, einer Vulkaninsel in Indonesien. Nicht nur, dass mehr 36.000 Menschen unmittelbar starben, sondern die riesige Menge ausgeworfenen Materials beeinflusste das Klima auf der ganzen Erde (allerdings in kleinerem Maßstab als der Tambora).
  • 23.04.1902: Der Montagne Palée auf der französischen Karibikinsel Martinique bricht aus und fordert 29.000 Menschenleben. Es ist der opferreichste Ausbruch des 20. Jahrhunderts.
  • 18.05.1980: Der Ausbruch des Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington ist für seine große Detonationskraft berühmt geworden. Die Zahl der Opfer betrug „nur“ 57.
  • 11.09.1985: Beim Ausbruch des Nevado del Ruiz (Kolumbien) sterben etwa 23.000 Menschen.
  • 15.06.1991: Rund 900 Todesopfer fordert der gewaltige Vulkanausbruch des Pinatubo auf den Philippinen.
  • 07.06.2018: Beim Ausbruch des „Feuervulkans“ in Guatemala kommen über 100 Menschen ums Leben.

Wie gefährlich sind Vulkane?

Nicht nur die obige Liste zeigt: Die etwa 1500 als „aktiv“ eingestuften Vulkane können auch in der nahen Zukunft ausbrechen – mit erheblichen Konsequenzen für Menschen, Tiere, Häuser und sogar für das Klima. Aufgrund der immer größeren Siedlungsdichte in gefährdeten Regionen steigt das Risiko katastrophaler Ereignisse weiter an. Besonders gefährlich sind die so genannten „pyroklastischen Ströme“, ein brandheißes Gemisch aus Gas und Asche, das schon Pompeji und Herculaneum zum Verhängnis wurde.

Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille. Opferreiche Vulkanausbrüche sind noch immer – ganz anders als die viel häufigeren Erdbeben – bedauerliche Einzelereignisse. Außerdem macht die Vulkanforschung durchaus Fortschritte. Noch immer ist es unmöglich, den genauen Zeitpunkt eines Ausbruches vorherzusagen, allerdings gehen den heftigen Eruptionen oft Warnsignale voraus. Insbesondere bei gut erforschten und überwachten Vulkanen gibt es eine Vorwarnzeit, in der die Menschen evakuiert werden können.

Fazit: Schwere Vulkanausbrüche in dicht besiedelten Regionen sind jederzeit möglich. Genaue Überwachung der gefährlichen Berge kann aber die Gefahr für Leib und Leben senken.

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