Wohl alle rund 88.000 deutschen Sportvereine nehmen für ihre Aktivitäten gerne Spenden entgegen. Und unter bestimmten Voraussetzungen profitieren sogar alle Beteiligten von der Spende: Der Verein kann beispielsweise seine Angebote ausbauen oder in die Jugendarbeit investieren – und der Spender kann das Geld von der Steuer absetzen. Lesen Sie hier, was dabei zu beachten ist, und rechnen Sie die potenzielle Steuerersparnis gleich online aus!

Warum spenden?

Sport macht nicht nur Spaß, sondern erfüllt auch soziale und medizinische Funktionen: Wer gemeinsam Sport treibt, hält sich fit – von der Kindheit bis ins hohe Alter. Gefragt sind nicht nur Mannschafts- und Trendsportarten, sondern gerade klassische Angebote wie das Turnen. Rund 24 Millionen Bundesbürger, von Jung bis Alt, sind Mitglied in einem Sportverein. Die beliebtesten Sportarten waren im Jahr 2019 (sortiert nach Mitgliederzahlen): Fitness, Fußball, Turnen, Tennis, Schießsport, Alpenverein (Wandern), Leichtathletik, Handball, Reiten und Golf.

Viele Vereine betreiben eine intensive Sportförderung für Kinder und Jugendliche. Dahinter steht der Wunsch, jungen Menschen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben, sie vielleicht sogar „von der Straße zu holen“. Für diese gemeinnützigen Angebote benötigen die Sportvereine erhebliche finanzielle Mittel (Übungsleiter, Sportstätten, Sportverwaltung), die sich oft kaum aus den Mitgliedsbeiträgen alleine aufbringen lassen. Daher sind Spenden von Mitgliedern und außenstehenden Förderern gerne gesehen.

Neben dem Breitensport erhofft sich auch der Spitzensport eine Spendenunterstützung. Denn während Profisportler mancher populärer Sportarten hohe Einnahmen erzielen, muss die Mehrheit der Athleten ihr Engagement selbst finanzieren.

Spenden von der Steuer absetzen

Häufig sind Sportvereine als gemeinnützig anerkannt. Damit sind für den Verein einige Vorteile verbunden, beispielsweise entfällt die Körperschaftssteuer. Für finanzielle Zuwendungen besonders wichtig: Spenden an gemeinnützige Organisationen lassen sich von der Einkommensteuer abziehen. Das bedeutet, dass das zu versteuernde Einkommen um die getätigte Spende gemindert wird.

Grenzen der Abzugsfähigkeit gibt es für Großspenden: Maximal 20 Prozent des Einkommens können pro Jahr steuerlich berücksichtigt werden. Liegt die Spendensumme darüber, lässt sie sich aber auf kommende Steuerjahre verschieben. Die 20-Prozent-Grenze dürfte also nur für sehr wenige Sportspenden relevant sein.

Die Zahlung kann der Verein mit einer Spendenbescheinigung bestätigen. In vielen Fällen ist das allerdings überflüssig: Bis zur Grenze von 200 Euro gilt ein Einzahlungsbeleg als „vereinfachter Spendennachweis“. Über 200 Euro wird zwar grundsätzlich eine Spendenbescheinigung benötigt – aber in der Praxis lassen die Finanzämter Steuererklärungen meist völlig ohne Belege zu.

Welche Zuwendungen lassen sich absetzen – und welche nicht?

Nicht jede Zahlung an einen Verein ist abzugsfähig. Das Steuerrecht verlangt, dass Spenden nicht an Gegenleistungen oder Forderungen gebunden sein dürfen. Um es salopp auszudrücken: Die Spende muss als Geschenk gedacht sein – man darf nichts dafür verlangen. Ebenfalls nicht als Spende gelten Mitgliedsbeiträge im Sportverein, Aufnahmegebühren und alles Andere, das dem Spender direkt zugute kommt.

Prinzipiell lassen sich auch Sachwerte und Zeitspenden (Aufwand) steuerlich absetzen. Allerdings ist es schwierig, Sachen korrekt zu bewerten – und für Aufwandsspenden gelten komplexe juristische Vorschriften. Im Zweifel sind Geldspenden die wesentlich einfachere Lösung.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung, sondern soll die Rahmenbedingungen Anfang 2020 wiedergeben. Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.

Sportförderung – Spenden für den Sportverein