Spenden für Tschad

Wenn Hilfsorganisationen über Afrika sprechen, mehren sich die Sorgenfalten auf den Stirnen der Verantwortlichen. Ganz besonders düster werden die Blicke, wenn es um den Tschad geht. Das Land in Nordafrika hinkt bei allen Entwicklungsindikatoren weit zurück. Armut, Analphabetismus, katastrophales Gesundheitssystem, fehlende Infrastruktur – lang und bedrohlich ist die Liste der Probleme. Die Ursachen liegen nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der verhängnisvollen Geschichte des Tschad, und sind mit Spenden alleine kaum zu lösen.

Von kolonialer Unterdrückung zur Dauerkrise

Ende des 19. Jahrhunderts – relativ spät für afrikanische Verhältnisse – gelangte diese Binnenregion in den Fokus der französischen Kolonialmacht. Die Franzosen zogen einige willkürliche und schnurgerade Grenzlinien quer durch die Sahara und machten später den Tschad zum Bestandteil ihrer Kolonie Französisch-Äquatorialafrika. Schlimmer noch als die geographische Anmaßung und ökonomische Ausbeutung war nach Einschätzung von Historikern die Umwälzung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse: Hatten zuvor die muslimischen Nomaden des Nordens die Macht in der Region, stärkten die Franzosen die Völker des Südens. Dies verschärfte vermutlich die militärischen Konflikte, die das Land jahrzehntelang in Atem halten sollten.

Am 11. August 1960 entließ Frankreich seine Kolonie in die Unabhängigkeit. Seither ist der Tschad ein politisches und militärisches Pulverfass, in dem Gruppen aus dem Norden und Süden gegeneinander antreten. Auch mit Libyen sowie dem östlichen Nachbarn Sudan kommt es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen. In den 56 Jahren seit der Unabhängigkeit tobten insgesamt 33 Jahre Bürgerkrieg. Dass unter solchen Bedingungen keine positive ökonomische und soziale Entwicklung möglich ist, liegt auf der Hand. Heute ist der Tschad offiziell eine präsidiale Republik und eine „Demokratie“, gilt aber als äußerst instabil.

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Vielfältige Probleme und Aufgaben

Die Defizite im Lande sind eng miteinander verwoben. Beispielsweise müssen etwa die Hälfte der tschadischen Kinder arbeiten, sodass eine Analphabetenrate von schätzungsweise 50 bis 60 Prozent keineswegs überrascht. Trotz einer erschreckenden Kindersterblichkeit von bis zu 20 Prozent ist das Bevölkerungswachstum weiterhin sehr hoch, was wirtschaftliche Fortschritte zusätzlich erschwert.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft, die aber den Familien kein Einkommen schafft, sondern lediglich das eigene mühevolle Überleben sichert. Eine angemessene Gesundheitsvorsorge und medizinische Behandlung wäre für diese Menschen schon aus finanziellen Gründen undenkbar – selbst wenn im Lande genügend Ärzte verfügbar wären. Daher fordern Malariaepidemien, aber auch andere behandelbare Krankheiten zahlreiche vermeidbare Opfer. Die durchschnittliche Lebenserwartung dürfte nur bei rund 50 Jahren liegen.

Über das Land Tschad

Der Tschad erstreckt sich etwa vom 8. bis zum 23. Breitengrad nördlich des Äquators. Während der Süden recht fruchtbar ist, zieht sich die Sahelzone mit ihren unsicheren Niederschlägen mitten durch das Land. Die Nordhälfte befindet sich in der Wüste Sahara und erlaubt keinen Ackerbau.

Unter diesen recht schwierigen natürlichen Bedingungen leben rund 15 Millionen Menschen im Tschad. Dennoch sind Herausforderungen wie Wasserknappheit keine hinreichende Erklärung für die umfassende Misere des Landes.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf im Tschad: hoch

Hilfsorganisationen wie Care, Ärzte ohne Grenzen oder Help e.V. sammeln Spenden für die Einwohner des Tschad bzw. für gezielte Entwicklungsprojekte. Fairhelfen.de befasst sich außerdem mit den Nachbarstaaten Niger, Nigeria, Sudan und Zentralafrikanische Republik.