Aktuell im Juni 2022: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bringt die Zivilbevölkerung in extreme Bedrängnis. Über 14 Millionen Menschen sind bereits auf der Flucht, etwa jeweils die Hälfte im Ausland und innerhalb des Landes. Den Zurückbleibenden drohen Tod, Verwundung und Versorgungsengpässe. Trotz (und gerade wegen) dieser prekären Lage sind zahlreiche Hilfsorganisationen vor Ort im Einsatz. Nach aktuellen Umfragen wurde in Deutschland bereits die Rekordsumme von über 800 Millionen Euro gespendet.

Aktuelle Entwicklung – Spenden benötigt

Am 24. Februar befahl der russische Präsident Putin den Angriff gegen das Nachbarland Ukraine. In offensichtlichem Widerspruch zum Völkerrecht begannen russische Truppen mit einem Raketenbeschuss und dem Vormarsch von massiven Panzerverbänden. Vordergründiges Ziel ist die „Befreiung“ der bereits russisch besetzten Ostukraine, Beobachter fürchten allerdings die vollständige Tilgung des selbständigen ukrainischen Staatswesens. Viele Einwohner, auch aus der Hauptstadt Kiew, versuchen der Bedrohung zu entkommen, indem sie innerhalb der Ukraine oder in Richtung Westen fliehen. In den ukrainischen Nachbarländern (vor allem in Polen) sammeln sich die Flüchtlinge, aber auch in Deutschland hat eine massenhafte Aufnahme stattgefunden.

Offenbar kommen die russischen Truppen langsamer voran als erwartet, da der militärische Widerstand erheblich ist. Allerdings ist die Situation in der Ukraine von Kriegspropaganda verschleiert. Laut Auskunft des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“ fürchten die Nothelfer einen hohen humanitären Bedarf und sind an den Grenzen sowie im Kriegsgebiet selbst in Aktion getreten. Andere Quellen beziffern die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen auf über 15 Millionen (Stand Juni 2022) sowie einen Geldbedarf von mehr als 2 Milliarden Euro.

Daher bittet „Aktion Deutschland Hilft“, das derzeit mit über 20 Partnerorganisationen in der Ukraine sowie in Nachbarländern hilft, um Spenden. Über 120 Millionen Euro sind auf diesem Weg bereits zusammengekommen. Das Geld soll der Versorgung der Flüchtlinge und Kriegsopfer dienen – mit Medikamenten, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Kälteschutz etc. Zum Beispiel liefert die Arbeiterwohlfahrt Medikamente und Hilfsgerät für ein Krankenhaus, während sich World Vision an der rumänisch-ukrainischen Grenze positioniert hat. Auch die Bündnisorganisationen der Johanniter, Malteser und viele andere sind im Einsatz für die Menschen aus der Ukraine.

Informationen und Spendenaufruf von Aktion Deutschland Hilft (hier klicken)

Die Vorgeschichte

Seit 2014 stehen sich in der Ostukraine russische und ukrainische Truppen sowie russische Milizen feindlich gegenüber. Die prorussischen Separatisten wollen eine Abspaltung von zwei ukrainischen Provinzen erzwingen. Über zwei Millionen Zivilisten sollen seither aus diesem umkämpften Grenzgebiet geflohen sein. In einem Abkommen (Minsk I und II) einigten sich die Kriegsparteien auf einen Waffenstillstand und den damaligen Status Quo. Dieses Abkommen, das zwar keinen Frieden, aber doch eine Begrenzung der Kampfhandlungen ermöglichte, hat Präsident Putin nun aufgekündigt.

Eine schwere Hypothek ist ebenfalls die politisch-militärische Krise um die Halbinsel Krim. Russland annektierte die Krim 2014, gegen den Widerstand der ukrainischen Bevölkerungsminderheit.

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Problemfelder Waisen, Umweltschutz

Auch in Friedenszeiten sind die ukrainischen Probleme durchaus erheblich: Schätzungsweise 160.000 Kinder (nach offiziellen Angaben etwa 100.000) leben in Waisenhäusern, daneben gibt es in Kiew und anderen Großstädten etwa 150.000 Straßenkinder. Davon abgesehen wohnen die meisten armen Menschen in den ländlichen Regionen, wo sie versuchen ausbleibende Lohnzahlungen durch Eigenanbau landwirtschaftlicher Produkte auszugleichen.

Ein weiteres Problemfeld sind die Umweltschäden, die großenteils von der Schwerindustrie, dem Hauptwirtschaftszweig der Ukraine, hervorgerufen werden. Außerdem hat die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl weite Landstriche unbewohnbar gemacht. Die gesundheitlichen Risiken für die Einwohner sind erheblich. Die Lebenserwartung in der Ukraine liegt mit 71 Jahren unter dem europäischen Durchschnitt.

Seit Beginn unseres Jahrhunderts wurde die Hoffnung genährt auf einen dauerhaften sozialen Aufschwung, von dem breite Bevölkerungsschichten der Ukraine profitieren. In der Tat hat die insgesamt positive Wirtschaftsentwicklung die früher weit verbreitete Armut etwas zurückgedrängt. Seit der internationalen Finanzkrise 2009 ist das Wirtschaftswachstum aber nicht mehr so stabil wie zuvor.

Über das Land Ukraine

Mit 603.700 Quadratkilometern ist die Ukraine der zweitgrößte Staat Europas. Etwa 42 Millionen Menschen lebten hier vor Kriegsbeginn – neben Ukrainern und Russen auch viele Minderheiten. Als eines von wenigen Staaten der Welt verzeichnet das Land seit Jahren Bevölkerungsrückgänge. Zur Ukraine gehört (jedenfalls gemäß Völkerrecht) weiterhin die autonome Halbinsel Krim im Schwarzen Meer.

Unsere Bewertung – Spenden-Bedarf in der Ukraine: aktuell hoch

Wem spenden?

Folgende Organisationen helfen in der Ukraine:

  • Aktion Deutschland Hilft (siehe oben)
  • Kinderhilfswerk Ukraine
  • UNO Flüchtlingshilfe
  • Förderkreis Sumy-Hilfe
  • Hundehilfe Ukraine

(Auswahl ohne Gewähr)

Fairhelfen.de führt auch einige ukrainische Nachbarländer auf: Polen, Weißrussland, Russland, Moldawien und Rumänien.

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