Wenn die Mücke voller Tücke…

Fast eine Million Menschen – vor allem Kinder – sterben jährlich an Malaria. Aber diese typische Tropenkrankheit ist nicht die einzige Infektion, die von Stechmücken übertragen wird: Gelbfieber, Denguefieber und Fadenwürmer zählen zu den unappetitlichen und lebensgefährlichen Folgen, die ein Mückenstich vor allem in warmen Weltregionen nach sich ziehen kann. Und zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro machte vor allem das Zika-Virus negative Schlagzeilen, da es offenbar Kinder im Mutterleib schädigt.

Weltmalariatag

Am 25. April steht aber die Malaria im Mittelpunkt internationaler Aufmerksamkeit, denn dann findet der alljährliche Weltmalariatag statt. Diesen Aktionstag hat die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2007 eingeführt. Seither wird an diesem Tag ein intensiverer Kampf gegen diese Krankheit propagiert. Insgesamt leben auf der Erde rund drei Milliarden Menschen in denjenigen Regionen, in denen die Anopheles-Mücke die Malaria-Erreger (Plasmodien) mit ihrem Stich verbreitet. Die Plasmodien nutzen den Menschen als „Zwischenwirt“, zerstören bei ihrer Weiterentwicklung unzählige rote Blutkörperchen und lösen sehr hohes Fieber aus. Vor allem Kinder mit ihrem noch unterentwickelten Immunsystem haben der besonders gefährlichen Variante „Malaria tropica“ wenig entgegenzusetzen.

Mücke - © Frank Hollenbach / pixelio.de

Mücke – © Frank Hollenbach / Pixelio.de

Kritiker bemängeln, dass noch immer nicht genügend Forschung betrieben wird, um eine wirksame Impfung und Zurückdrängung der Malaria zu ermöglichen. Eine Malariabekämpfung, so der Vorwurf, werde nicht als lukrativ genug erachtet, da die Patienten vorwiegend aus armen Ländern kommen. 90 Prozent der Infektionen sind in Afrika zu beklagen. Europäer sind nur als Touristen gelegentlich betroffen und erfahren eine (im Vergleich zu den Afrikanern) bevorzugte medizinische Betreuung.

Gelbfieber und Denguefieber

Auch die Gelbfiebermücke ist vor allem auf dem afrikanischen Kontinent heimisch. Die Fiebererkrankung schädigt das Herz und andere innere Organe des Menschen. Im Gegensatz zur Malaria gibt es eine verlässliche Gelbfieber-Schutzimpfung. So gesehen, sind die rund 30.000 Opfer dieser Infektion absolut vermeidbar. Auch hier zeigt sich wieder der Zusammenhang zwischen Armut und mangelhafter medizinischer Betreuung. Durch Spenden finanzierte Impfaktionen können helfen, das Risiko für die Menschen nahezu auf Null zu senken.

Das Denguefieber tritt dagegen vorwiegend in Asien auf. Erst seit Kurzem gibt es einen Impfstoff, der eine effiziente Bekämpfung des Erregers verspricht, der unter anderem von der Gelbfiebermücke übertragen wird. Bei schweren Verläufen, von denen insbesondere Kinder betroffen sind, kommt es zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen.

Der Kampf gegen Gelb- und Denguefieber setzt auch daran an, die Lebensräume der übertragenden Mücken zu beseitigen. Dies betrifft nicht zuletzt unhygienische Trinkwasserreservoirs der armen Bevölkerung. Hilfsprojekte, die sich um eine bessere Versorgung mit sauberem Trinkwasser bemühen, können also auch den Mücken die Lebensgrundlage streitig machen.

Zika-Virus

Großes Entsetzen rief im Jahr 2015 die Erkenntnis hervor, dass das schon länger bekannte Zika-Virus für Hirnfehlbildungen von Säuglingen verantwortlich ist. Vor allem in Brasilien traten zahlreiche Krankheitsfälle auf, bei denen die schwangeren Mütter durch Stechmücken infiziert worden waren. Nach anfänglicher Unsicherheit wurde der Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und der diagnostizierten Mikrozephalie wissenschaftlich bestätigt. Ein Impfstoff ist bislang nicht in Sicht.

Es ist also zu befürchten, dass von Mücken übertragene Krankheiten gerade die Bevölkerung tropischer Regionen noch lange in Atem halten werden. Nur eine intensivierte Forschung und – wenn möglich – konsequente Impfkampagnen können die Risiken verringern.

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